Berlin : Lastkahn wurde in fünfeinhalbjähriger Bauzeit zur Freizeitstätte umgebaut

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Eigentlich sollte der fast 100-jährige Lastkahn, der jetzt in der Spree nahe den Reinbeckhallen vor Anker liegt, verschrottet werden. Doch dann kam alles ganz anders: Köpenicker Jugendliche und Mitglieder des Vereins Jugendwerk Aufbau Ost kamen 1993 auf die Idee, daraus eine schwimmende Freizeitstätte zu machen. Nach fünfeinhalbjähriger Ausbau- und Umbauzeit präsentierten sie gestern ihren Kahn, den der Bezirk einst für 10 000 Mark erworben hatte.

Unter dem Motto "Selber bauen - selber nutzen" wurde das verrostete Wrack für den Stapellauf vorbereitet. Genau 107 junge Leute wirkten insgesamt in Form von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen daran mit. "Zumeist 15 gleichzeitig", sagt Jörg Belling vom Jugendwerk Aufbau Ost. "Im Prinzip wurde alles umgekrempelt und neu gemacht", sagt der Schiffsbauer. Der einst offene Kahn erhielt Sonnendeck, Werkstatt, Klubbereich, Kombüse sowie Heizungsräume und einen Sanitärtrakt. Bis Ende des Monats November werden noch die Mannschafts-, Wasch- und Pausenräume fertig gestellt. Zudem ist das Gefährt offiziell flusstauglich und lässt sich mit Hilfe eines Schubschiffs bewegen.

Dass so lange gebaut wurde, hänge mit den oft komplizierten Arbeiten zusammen, die größtenteils von Laien durchgeführt wurden. "Außerdem haben wir auf moderne, maschinelle Hilfsmittel verzichtet", sagt Jörg Belling. Das Jugendwerk Aufbau Ost und ein Jugendklub nutzen gemeinsam das immerhin 64 Meter lange und acht Meter breite Gefährt. So soll es dort künftig Projekttage für Schulklassen, Kurse zur beruflichen Orientierung, Workshops und verschiedene Kurse geben. Auch Praktika im Rahmen des Faches Arbeitslehre und eine Orientierung im Berufsfeld Metalltechnik sind geplant.

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