Berlin : Lattenschuss

Werner van Bebber

über Verdi, die Fußball-WM und offene Läden Nicht auszuschließen, dass zur Fußball-WM ein paar Touristen nach Berlin kommen. Vielleicht wollen sie in der Stadt sogar einkaufen gehen. Und weil inzwischen selbst der Berliner Einzelhandel erkannt hat, dass Kunden offene Läden zu schätzen wissen, soll Berlin während der Weltmeisterschaft 2006 durchgehend geöffnet sein. Man denkt an Karstadt, die Kunden so nötig hätten, und kommt zu der Überzeugung: Es könnte sich wirklich lohnen, aus Berlin für ein paar Wochen eine Stadt der offenen Läden zu machen. Wer das nicht will, muss ja nicht mitmachen.

Bei Verdi sieht man das anders. Schwer zu sagen, ob die Chefs der Dienstleistungsgewerkschaft noch immer erwarten, dass die Bundesregierung den Aufschwung anordnet und Verdi-Boss Frank Bsirske dann bei Frau Christiansen über den theoretischen Beschäftigungseffekt der 35- Stunden-Woche räsonieren könnte. Die hätten zwar viele Leute gern. Nicht wenige sind aber heute froh, wenn sie ihren Job behalten, weil der Laden gut läuft, in dem sie arbeiten. Auch der sozialistische Wirtschaftssenator Harald Wolf sieht das so. Bei Verdi hängt man wohl eher nordkoreanischen Wirtschaftstheorien an.

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