Lauchhammer : Polizistenmord: Verdächtige verhört

Ein Jahr nach der Bluttat von Lauchhammer wird über Haftbefehle entschieden.

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Lauchhammer/Cottbus - Die beiden jungen Männer, die verdächtigt werden, im November vorigen Jahres einen Polizisten in Lauchhammer ermordet zu haben, sind am Donnerstag vernommen worden. Das bestätigte eine Sprecherin der Cottbuser Staatsanwaltschaft auf Anfrage des Tagesspiegels. Ob die beiden Tatverdächtigen dem Haftrichter vorgeführt werden, sei noch nicht entschieden: „Wir haben dafür bis Donnerstagabend, 24 Uhr, Zeit“, sagte sie, und verwies auf eine Pressekonferenz am Freitag.

Das Zögern der Staatsanwaltschaft liegt vermutlich unter anderem daran, dass schon einmal zwei andere Tatverdächtige wegen des Polizistenmordes festgenommen wurden, die man später aber wieder laufen lassen musste.

Seit der 46-jährige Polizeihauptkommissar Steffen M. am 23. November 2009 tot in einem Garagenkomplex im südbrandenburgischen Lauchhammer gefunden wurde, ermittelt eine Sonderkommission in alle Richtungen. Man ging auch davon aus, dass die Bluttat etwas mit dem Beruf des Polizisten zu tun gehabt haben könnte. Das erhärtete sich nicht, zumal Steffen M. zur Tatzeit weder im Dienst war noch eine Uniform trug. Auch dem Verdacht, er könne osteuropäischen Autodieben in die Quere gekommen sein, wurde nachgegangen. Mehr als 130 Personen wurden als Zeugen oder zeitweilig auch als Verdächtige vernommen, über tausend Hinweisen aus der Bevölkerung ging die Polizei nach.

Unter anderem diese Hinweise scheinen die Beamten nun auf die richtige Spur gebracht zu haben. Einer der beiden Tatverdächtigen soll der Mann sein, der im – nach der Tat gestohlenen – Auto des Polizisten geblitzt wurde. Das Foto war auch im Ausland veröffentlicht worden.

Die Männer stammen aus dem sächsischen Gröditz gleich hinter der Landesgrenze zu Brandenburg. Sie sollen der Polizei bereits wegen Drogenhandels und Autodiebstählen bekannt sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die bisherige Beweislage ausreicht, um Haftbefehl gegen beide oder zumindest gegen den geblitzten Fahrer zu erlassen. Sandra Dassler

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