Berlin : LAUSITZER SEENLAND

Aus der Kraterlandschaft, die der Braunkohle-Tagebau hinterlassen hat, soll bis 2018 Europas größte künstliche Seenkette werden: Südlich von Senftenberg, wo der zu DDR-Zeiten aus einem ehemaligen Tagebau entstandene See zur „Badewanne“ Dresdens geworden ist, werden derzeit 23 frühere Tagebaue geflutet – ein Milliardenprojekt, auf Jahrzehnte angelegt. Die wirtschaftlichen Hoffnungen auf das Erholungs- und Freizeitgebiet in der strukturschwachen Region sind groß. Doch die Euphorie ist verflogen. Die Probleme sind größer als erwartet. Die meisten der künstlichen Seen sind übersäuert, tödlich für Fische und zum Baden ungeeignet. Sie müssen aufwendig „behandelt“ werden, was Jahrzehnte dauern kann. Da die Gefahr von Rutschungen groß ist, wurden 20 000 Hektar Ufergelände gesperrt, darf man die neu entstanden Rad- und Skaterwege ringsum nicht verlassen. Mit Wassergrundstücken wird es nichts, aber es gibt „schwimmende Häuser.“ Die Neu-Seen verbinden sogenannte Überleiter; Kanäle, die teilweise für die Wasserregulierung nötig sind, teilweise aber allein für touristische Zwecke errichtet werden. 2012 rügte Brandenburgs Rechnungshof eine Millionenverschwendung beim Bau des Überleiters 12 zwischen dem Senftenberger See und dem Geierswalder See. Die Kosten des für Sportboote gebauten Kanals, der die Schwarze Elster und eine Bundesstraße unterquert, stiegen von sechs auf 51 Millionen Euro. thm

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