Berlin : LBB-Manager: Freispruch gefordert Gericht verschiebt Urteil auf den 7. Februar

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Der Antrag kam nicht überraschend: Im ersten großen Strafprozess gegen zwei ehemalige Vorstände der Landesbank Berlin (LBB) plädierten die Verteidiger gestern auf Freispruch. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft seien „pure Spekulation“ und in der Verhandlung nicht bewiesen worden. Die Angeklagten hätten weder Bilanzen gefälscht, noch sei dem Land Berlin ein Schaden entstanden.

Der ehemalige Vorstandssprecher der LBB, UlfWilhelm Decken (61), und sein einstiger Vorstandskollege Jochem Zeelen (63) müssen sich in dem Prozess wegen angeblich falscher Jahresbilanzen verantworten. Sie sollen für die Bank Freistellungserklärungen unterzeichnet haben. Folge: Die persönlich haftenden Gesellschafter der LBB-Tochter Weberbank sowie Komplementäre von fünf Fondsgesellschaften der LBB mussten nicht für Verbindlichkeiten haften. Die Risiken von bis zu 7,7 Milliarden Euro seien in den Jahresbilanzen 1997, 1998 und 1999 der Bankgesellschaftstochter LBB bewusst geheim gehalten worden.

Die ehemaligen Top-Manager und ihre Anwälte argumentierten, die Freistellungen seien wirtschaftlich für die LBB-Bilanzen ohne Bedeutung gewesen. Die Bank hätte ohnehin für die Risiken der Tochterfirmen gehaftet. Die Haftungsbeschränkungen seien auch nie in Anspruch genommen worden. Und eine von der Anklage angenommene Geheimhaltung der Risiko-Freistellungen habe es nachweislich nicht gegeben.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Decken und Zeelen jeweils Strafen von zwei Jahren Haft auf Bewährung und Geldauflagen von 60000 und 45000 Euro beantragt. Das Berliner Landgericht wird erst am 7. Februar sein Urteil verkünden. Der ursprüngliche Termin am 31. Januar wurde verschoben, weil das Gericht noch Zeit zur Beratung braucht. K. G.

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