Berlin : Leben am Wasser, mit Fluglärm: Was aus Köpenick, Treptow und Neukölln wird

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Ohne die Neuordnung des Verkehrs und den Bau von Brücken sieht es schlecht für die Entwicklung des Berliner Südostens aus. Dies ist das Fazit eines Forums mit Anwohnern und Politikern. Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) stellte auf der Veranstaltung im Rathaus Köpenick ein "Planwerk Südostraum" vor, zu dem Köpenick, Treptow und Neukölln gehören. Entstanden ist eine Vision mit Konzepten und Leitbildern.

Wenn im Herbst die Bauarbeiten an der seit Jahren geplanten Köpenicker Altstadt-Umfahrung beginnen, werde die Umsetzung des Papiers praktisch schon in Angriff genommen, sagte Referatsleiter Friedemann Kunst. Erst in vier Jahren würden allerdings die Verkehrsteilnehmer von der neuen Verbindung, die direkt vom Glienicker Weg über die Spree bis zur Straße An der Wuhlheide führt, profitieren. Für Köpenicks Bürgermeister Klaus Ulbricht (SPD) hat die der Verbesserung der Verkehrslage absoluten Vorrrang: "Nur so wird es zu einem Aufschwung in der Region kommen." Wenn man nicht erreichbar sei, kämen auch keine Investoren, sagt er.

Damit der Südosten Berlins nicht zum Durchgangsraum zwischen dem Flughafen Schönefeld und der Innenstadt verkomme, müssten Flächen umgenutzt und attraktive Wohnstandorte geschaffen werden, sagte Strieder. Eine große Herausforderung stelle unter anderem die Umstrukturierung des 100-jährigen Industriestandortes Schöneweide dar. Die Areale am Wasser werden geöffnet, neue Kunst- und Kulturstandorte entstehen. In der Wissenschaftsstadt Adlershof an der Rudower Chaussee sei es künftig gleichzeitig möglich, zu arbeiten, zu forschen und zu wohnen. Diese Fläche werde darauf vorbereitet, einen Teil der 24 000 Arbeitsplätze aufzunehmen, die infolge des Großflughafbaus entstehen.

Viele Anwohner äußerten sich allerdings skeptisch den Plänen gegenüber. Vor allem der geplante Flughafenausbau erregte die Gemüter. Köpenicker und Treptower sind der Auffassung, dass dadurch Enwicklungsmöglichkeiten verspielt würden. "Wir vergraulen doch die Leute vom Stadtrand und zwingen sie, woanders hin zu ziehen", sagte eine Wilhelmshagenerin. Mit der Ausstellung "Planwerk Südostraum" soll jetzt eine öffentliche Diskussion über die Pläne in Gang kommen.Die Schau läuft noch bis 15. September im Rathaus, Alt-Köpenick 21.

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