Berlin : Lebenslang für Mord an Vermieter

37-Jährige hatte mit Beil zugeschlagen, dann Konto des Opfers geplündert

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Um Geld sei es ihr nicht gegangen, hatte Ramona P. ihren Richtern versichert. Sie sprach von emotionalen Motiven, von einem Streit, in dem sie irgendeinen Gegenstand gegriffen und damit zugeschlagen haben will. Überzeugen konnte sie das Gericht mit dieser Version nicht. Die 37jährige Gelegenheitsarbeiterin wurde wegen Mordes an ihrem 36-jährigen Vermieter zu lebenslanger Haft verurteilt.

Aus purer Habgier habe Ramona P. getötet, befanden die Richter. Am frühen Morgen des 11. September letzten Jahres sei sie mit einem Beil in der Hand in das Schlafzimmer von Holger G. gegangen. Mehrmals habe sie zugeschlagen, den schwer verletzten Mann dann geknebelt. „Alles, was sie über emotionale Gefühle und über das angeblich zufällig gegriffene Beil sagte, ist nicht schlüssig“, hieß es im Urteil. Ramona P. habe aus der Steglitzer Wohnung von Holger G. ausziehen wollen und dafür Geld gebraucht.

Ramona P. nahm das Urteil regungslos auf. Sie hatte behauptet, sie habe Holger G. nur zur Rede stellen wollen. Weil sie ihn am Tattag beobachtet haben will, wie er auf der Straße einen Jungen „angrabschte“. Die Mutter von zwei Kindern sagte, sie habe an ihren eigenen Jungen gedacht, der früher Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden sei. Als Holger G. bei dem Streit in seiner Wohnung nur lachte, habe sie schließlich zugeschlagen.

Die Richter aber fanden keinerlei Hinweise auf entsprechende sexuelle Neigungen des Opfers. Dagegen wurde ein gefälschter Überweisungsschein zu einem Beweis für den Mord aus Habgier. Ramona P. habe kurz vor der brutalen Tat die Unterschrift ihres Vermieters gefälscht, um an sein Geld zu kommen, den Schein aber aus Angst zerrissen.

Ramona P. habe in ihrem Leben nie inneren Halt gefunden, sagte die Vorsitzende Richterin. Mit fünf Jahren war sie ins Heim gekommen, weil ihre Mutter einen Mann getötet hatte. Spätere Beziehungen zu Männern hielten nicht lange. Eine verminderte Schuldfähigkeit aber habe nicht vorgelegen. Dagegen spreche auch das Verhalten nach der Tat. Ramona P. hatte die Leiche in einem Schrank versteckt und das Konto ihres Opfers um 4000 Euro geplündert. Von dem Geld kaufte sie sich Möbel für eine eigene Wohnung. K. G.

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