Lebensraum der Wasserfledermaus : Gewölbe in Wassernähe als bevorzugtes Quartier

Die Wasserfledermaus hat sich in den Gewölben des Stadtschlosses einquartiert. Denn dort ist es für sie perfekt. Es ist dunkel, geschützt und in Wassernähe. Nur dem Bau des Einheitsdenkmals kommt das nicht zugute.

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Die Wasserfledermaus ist eine von 18 Fledermausarten, die in Berlin vorkommen. Foto: dpa
Die Wasserfledermaus ist eine von 18 Fledermausarten, die in Berlin vorkommen.Foto: dpa

Die Wohnstatt

Die Fledermäuse wurden in einem Keller des Stadtschlosses entdeckt, der Öffnungen zum Wasser hat. Damit ist er perfekt für diese Art, die nachts über der Oberfläche von Gewässern Mücken jagt.

Die Tiere

Wasserfledermäuse sind nach Auskunft der Umweltverwaltung eine von 18 Fledermausarten, die in Berlin vorkommen – allerdings keine besonders seltene. In Winterquartieren wurden schon etwa 1500 Exemplare gezählt, die meisten im Wasserwerk Tegel und in der Zitadelle Spandau. Das Besondere am Stadtschloss-Quartier ist, dass die Tiere hier auch ihre Jungen aufziehen. Es ist die einzige bekannte „Wochenstube“ in der Stadt. Etwa 40 Weibchen ziehen vor allem im Juni und Juli ihre Jungtiere hier auf. So lange bleibt das Quartier also garantiert bewohnt.

Die Alternativen

Laut Umweltverwaltung sind alle Fledermausarten in Europa geschützt. Ihre Lebensräume müssen bei Bauarbeiten nach Möglichkeit erhalten werden. Wenn das – wie im konkreten Fall – nicht geht, müssen Alternativen geschaffen werden. Dafür kommen Kästen infrage, die aber in lichtem Wald und in Wassernähe hängen müssen. Ob die Fledermäuse dann einziehen, entscheiden sie selbst – aktiv umgesiedelt werden sie also nicht.

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