Berlin : Lebenswege: Eine Band war Küchlers Glück

-

Volker Küchlers Lebensinhalt ist die „chronische Rhythmusverschiebung“. Sie lässt ihn zu anderen Zeiten schlafen und wach sein als andere Menschen – und sie brachte ihn wieder ins Leben zurück. Volker Küchler hat die Band, die er vor vier Jahren mit ein paar Freunden aus dem „Saitenschiff“ gegründet hat, nach seiner Krankheit benannt.

Das „Saitenschiff“ und die Bands waren Küchlers Glück. Nach mehreren Psychosen und nachdem ihn seine Frau mit den Kindern verlassen hatte, kam der heute 49Jährige in die Psychiatrie. Danach sortierte er Gummidichtungen, bis ihn Reinhold Prigge aus der Lethargie einsamer Tage vor dem Fernseher riss und ihn überredete, eine Band zu gründen. Zufällig hatte er erfahren, dass Küchler Kontrabass gespielt hatte, bevor er mit sich selbst nicht mehr zurechtkam. Innerhalb von drei Monaten hatten sie ein Programm aufgestellt, seitdem treten die Musiker mit Tanzmusik, Rock’n’ Roll, Jazz und Swing in Kneipen und Reha-Zentren auf. Volker Küchler möchte sich als Musiker selbstständig machen. Um bei Bands einspringen zu können, müsse man ein Repertoire von mindestens 150 Stücken drauf haben, sagt er. Auch das schafft er noch. clk

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben