• Leck in Gasleitung: Vier Häuser geräumt, Verkehr blockiert Diebe beschädigten Absperrhebel Stundenlang Alarm am Ostkreuz

Berlin : Leck in Gasleitung: Vier Häuser geräumt, Verkehr blockiert Diebe beschädigten Absperrhebel Stundenlang Alarm am Ostkreuz

Heiko Wiegand

Ein schwerer Gasunfall hielt am Donnerstag Friedrichshain in Atem. Eine Explosion blieb aus – doch ein Funke hätte genügt, und das Haus Nummer 7 in der Neuen Bahnhofstraße wäre wohl eingestürzt. Altmetalldiebe hatten der Polizei zufolge in dem unbewohnten Haus eine Gasleitung beschädigt. Zwei Unbekannte sollen versucht haben, Rohre zu entwenden. Dabei sei auch ein Gasabsperrhebel angesägt worden. Vier Häuser mussten evakuiert werden, 30 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Erst gegen 14.30 Uhr konnten Mitarbeiter der Gasag das Leck schließen. Durch das hochbrisante Gas-Luft-Gemisch bestand stundenlang „höchste Explosionsgefahr“, sagte Feuerwehrsprecher Wolfgang Rowenhagen. Das Unglück sei der schwerste Gasunfall in Berlin seit dem Unglück in der Steglitzer Lepsiusstraße vor sechs Jahren. Damals kamen mehrere Menschen ums Leben.

Um Punkt 12.55 Uhr erreichte die Feuerwehr der Alarmruf. „,Gas, Gas, Gas’ wurde durchs Telefon gerufen“, so Rowenhagen. Innerhalb von Minuten rückten zwei Hundertschaften Polizei und Hilfsdienste in dem Viertel unweit der Wühlischstraße an und riegelten die Unfallstelle weit ab. Kilometerlange Staus waren die Folge. Der S-Bahnverkehr am Ostkreuz, dem wichtigsten Verteilerknoten im Osttteil der Stadt, war stundenlang unterbrochen, Hunderte von Anwohnern konnten nicht zurück in ihre Wohnungen.

„Wir hatten Glück, dass sich der Unfall am Nachmittag ereignete“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Thiele. „Abends wären mehr Leute in ihren Wohnungen gewesen.“ Eineinhalb Stunden nach dem ersten Gasaustritt konnten Mitarbeiter der Gasag das Leck schließen. „Der Gas-Schieber auf der Straße war nicht zu finden. Möglicherweise standen da Baumaschinen drauf“, mutmaßte Feuerwehrsprecher Rowenhagen. Schließlich ließen Spezialisten einen aufblasbaren Gummiball in eine Gasleitung außerhalb des Hauses hinab und verschlossen so das Leck. Explosionsgefahr bestand allerdings weiter, denn das Gas-Luftgemisch war noch nicht entwichen. Mit Ventilatoren blies die Feuerwehr das Gas aus dem Haus. Um 16.05 Uhr gab die Einsatzleitung Entwarnung.

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