• Leere auf der Liegewiese Schlangestehen fürs Bad ist passé – die Tickets sind teuer

Berlin : Leere auf der Liegewiese Schlangestehen fürs Bad ist passé – die Tickets sind teuer

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Die Liegewiesen in den Frei- und Sommerbädern sind leerer geworden – kein Gedränge an den Pools in Lübars, Gatow, Kreuzberg . Am Wetter konnte es zuletzt nicht liegen. Offenbar boykottieren viele Schwimmgäste die Bäder, weil sie sich über die höheren Eintrittspreise ärgern. Der Besucherrückgang könnte zur Folge haben, dass die Berliner Bäderbetriebe (BBB) ein weiteres Umsatzminus verschmerzen müssen. Doch die BBB geben sich optimistisch. So rechnete Pressesprecher Manfred Radermacher zwar mit Rückgängen von bis zu 30 Prozent. Doch da die Besucher mehr Eintritt zahlen, „könnte es letzlich auf eine Stagnation des Umsatzes hinauslaufen“, so Radermacher.

Die Juni-Bilanz wird gerade erarbeitet. Genaue Daten liegen nur für einzelne Tage vor – etwa für den 18. Juni mit dem Temperaturrekord von 35 Grad. An jenem Dienstag kamen 93 843 Besucher, am Vorjahrestag waren es 20 320. Damals zeigte das Thermometer nur 20 Grad. Wenn man die aktuelle Bäder-Zahl zugrunde legt, kommt man für diesen Tag auf ein Plus von fast 50 Prozent. Am 18. Juni 2002 gingen 8079 ins Prinzenbad, 4833 Besucher ins Strandbad Wannsee.

Doch gestern gab es keine Schlange vorm Prinzenbad. „Es ist deutlich leerer geworden“, meint Schwimmerin Iris Uhlenbruch. Früher sei sie jeden Tag eine halbe Stunde im Prinzenbad gewesen, „aber das ist jetzt nicht mehr drin“. Die 36-Jährige kennt viele Eltern, „die früher als Urlaubsersatz mit den Kindern baden gingen. Jetzt ist ihnen das zu teuer“. Nur noch die Hallenbäder bieten Wochenend-Familienkarten für 7 Euro an. Im Freibad kommt ein Erwachsener mit zwei Kindern auf 9 Euro. 83 Bäder gibt es in Berlin, steht auf der Internetseite der Bäderbetriebe – doch tatsächlich sind es wegen der Schließungen nur noch 62. Wenigstens wegen der Sommerferien lockt jetzt ein Schnäppchen: Besitzer des Superferienpasses (9 Euro) kommen gratis in die Bäder. Mit Aktionstarifen während der Sommersaison wollen die Bäderbetriebe zudem dem Publikumsschwund entgegenwirken. Annette Kögel

Die Bäderbetriebe im Internet:

www.bbb.berlin.de

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