Berlin : Leere Keller, volle Hoffnung

Erste „Gutswein“ am Potsdamer Platz mit dem neuen Präsidenten

Der chaotische Jahrgang 2006 steckt den deutschen Winzern noch in den Knochen – einerseits wegen des enormen Zeitdrucks während der Lese, andererseits wegen der geringen Erntemenge. Deshalb gab es in der „Gutswein“ des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) am gestrigen Sonnabend immer wieder das gleiche zu hören: „Leider ausverkauft“. Vor allem deshalb waren diesmal auch längst nicht so viele Winzer nach Berlin gekommen wie in den vergangenen Jahren. Die Besucher profitierten insofern, als sie mehr Platz zum Verkosten und Diskutieren hatten.

In der Mitte jene beiden Männer, denen auch das „Präsidentendinner“ am Abend im Brandenburger Hof gewidmet war: Michael Prinz zu Salm-Salm, der langjährige Präsident des VDP, der mit seiner Entscheidung für die große Präsentation in Berlin schon kurz nach Wende großen Anteil an der Blüte Berlins als Weinstadt hatte. Und sein Nachfolger, der Pfälzer Winzer Steffen Christmann, der erstmals die Verantwortung für die Veranstaltung in Berlin trug.

Viel wurde natürlich geredet über den Jahrgang 2007, schwankend zwischen Hoffnung und Skepsis. Salm-Salm: „Nach den Erfahrungen von 2006 sage ich lieber erstmal gar nichts.“ Das Jahr hat den deutschen Weinanbaugebieten höchst unterschiedliche Wetterbedingungen und einen frühen Erntebeginn gebracht – am Kaiserstuhl werden schon die ersten Spätburgundertrauben eingebracht. Auch Paul Fürst, der renommierte fränkische Winzer, steht unmittelbar vor der Lese. Dennoch kann er sich einigermaßen entspannt in Berlin aufhalten. „Am Montag fängt mein Sohn drunten an, zum ersten Mal allein“, berichtete er. Besorgt? „Ach was – der ist viel pingeliger als ich.“ bm

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