"Leerstandskampagne" : Mieterverein will leere Wohnungen ermitteln

Der Berliner Mieterverein hat wegen der zunehmenden Anspannung am Wohnungsmarkt Kritik am Senat geübt. Der Angriff zielt auf Aussagen der Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer.

Ralf Schönball

„Die Zeichen der Zeit werden nicht erkannt“, sagte Hartmann Vetter, Hauptgeschäftsführer  des Berliner Mietervereins. Die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer hat wiederholt verkündet, dass „von einer angespannten Marktlage nicht gesprochen werden kann“. Zum Beleg verweist ihre Verwaltung auf 100 000 leer stehende Wohnungen. Doch diese Zahl stellt der Mieterverein infrage und ruft nun zu einer „Leerstandskampagne“ auf.

Nach offiziellen Zahlen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stehen 108 000 Wohnungen mindestens sechs Monate lang leer und 28 000 Wohnungen mehr als 24 Monate. „Es gibt keine Analyse der Gründe für den Leerstand“, so Franz-Georg Rips, Präsident des deutschen Mieterbundes. Deshalb erlaube der Leerstand keinen Rückschluss auf den Wohnungsmarkt. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die Wohnungsmarktstudie der Investitionsbank Berlin. Denn es würden Wohnungen mitgezählt, die gar nicht zu vermieten seien: Weil der Besitzer sie verkaufen oder sanieren will oder weil sie wegen Lage oder Zustand nicht bewohnbar seien. Deshalb ruft der Mieterverein die Berliner dazu auf, leer stehende Wohnungen in ihrer Nachbarschaft zu melden.

www.berliner-mieterverein.de

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