Berlin : Legionellen: Ritz geht in die Offensive

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Erst das Feuer, jetzt die Legionellen: Das im Januar eröffnete Ritz Carlton scheint vom Pech verfolgt. HotelSprecherin Claudia Hardt nimmt die neue Krise allerdings eher sportlich. „Für uns ist das auch eine Herausforderung“, sagt Hardt. Ihr Haus war es, das am Montag erst das Gesundheitsamt Mitte und dann die Öffentlichkeit informierte: Legionellen-Alarm im Ritz Carlton am Potsdamer Platz. Bei Routinekontrollen sind – wie berichtet – in einigen Zimmern des Luxushotels überhöhte Werte der Wasserbakterien festgestellt worden. Gestern versuchten Techniker weiter, das Problem in den Griff zu bekommen: Sie durchspülten die Leitungen mit heißem Wasser, installierten zu der vorhandenen „Legiokill-Anlage“ eine zweite Maschine und testeten immer wieder die neuen Werte.

Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung – deshalb erfahren die Gäste im Ritz nicht erst aus der Zeitung von den Legionellen, sondern werden beim Einchecken am schwarzen Marmortresen informiert. Zusätzlich liegt in jedem Zimmer ein Schreiben der Hotelleitung. „Das lief perfekt“, sagt ein Gast, während der Portier seine Koffer in den Porsche hievt. Obwohl für die Gäste offenbar keine Gefahr bestehe, sei ihm wie allen anderen angeboten worden, das Hotel zu wechseln. Gäste in den betroffenen Zimmern wurden gleich umquartiert. Die Informationspolitik zahlt sich offenbar aus, Aufregung ist im Ritz nicht zu spüren. „Die Gäste haben sehr ruhig reagiert“, sagt Hardt.

Wie bereits am 22. Januar, als das Haus wegen eines Feuers im zwölften Stock evakuiert werden musste. Zum Teil nur mit einem Bademantel bekleidet, mussten die Gäste im gegenüberliegenden Marriott- Hotel warten, bis der Brand unter Kontrolle war. Verletzt wurde niemand. Einen Großeinsatz hat der Legionellen- Alarm nicht ausgelöst: Schätzungen zufolge finden sich die Erreger in der Wasserversorgung jedes dritten Haushalts. In der Regel ist ihre Menge zu klein, um das Immunsystem gesunder Menschen zu überfordern. Trotzdem will man im Ritz in den nächsten Wochen auf Nummer sicher gehen: „Alle betroffenen Zimmer“ sind gesperrt, eine Zahl will man aber nicht nennen. Der Betrieb laufe normal weiter, die Auslastung sei „sehr gut“. kf

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