Berlin : Lehniner Platz bald autofrei

Die Umgebung der Schaubühne soll zum gemütlichen Verweilen einladen

Aus dem Lehniner Platz gegenüber der Schaubühne soll ab Herbst ein „urbaner Stadtplatz“ mit Sitzbänken, Laternen im 30er-Jahre-Dekor und mehr Bäumen entstehen. Dafür muss nach einem Siegerentwurf des Landschaftsarchitekturbüros Häfer Jimenéz der dortige Parkplatz weichen, dessen rund 65 Stellplätze fast immer belegt sind. Weitere 25 Parkplätze entfielen auf dem Mittelstreifen des Kurfürstendamms, den das Grünflächenamt Charlottenburg-Wilmersdorf an dieser Stelle begrünen will. Noch sei aber nichts beschlossen, sagte Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) bei einer Veranstaltung mit rund 150 Anwohnern. Deren Wünsche wolle man möglichst einarbeiten und dann nochmals diskutieren.

Die Stadtentwicklungsverwaltung stellt aus ihrem „Plätzeprogramm“ 400 000 Euro zur Verfügung. Auch andere Plätze am Ku’damm sollen gemütlicher werden, zum Beispiel wird am Dienstag der neu gestaltete George-Grosz-Platz eröffnet. Für den Lehniner Platz gab es einen Wettbewerb, in dessen Jury Bezirkspolitiker, Schaubühnen-Direktor Friedrich Barner sowie Vertreter der AG City und der Industrie- und Handelskammer (IHK) saßen. Die Fertigstellung ist bis Anfang 2011 geplant, wenn die AG City und andere Anrainer das Jubiläum „125 Jahre Kurfürstendamm“ feiern wollen.

Viele Anwohner und Geschäftsleute lobten die Pläne grundsätzlich, machten sich aber Sorgen über einen Parkplatzmangel. Stadtrat Gröhler hofft, bis zu 25 Ersatzstellplätze in Seitenstraßen südlich des Ku’damms schaffen zu können. Meinungsverschiedenheiten gab es zur Frage, ob der neue Platz zu „steinern“ wirke und mehr Grün benötige. Der dortige Bauernmarkt soll fortbestehen, dem Betreiber des Zeitungskiosks will der Bezirk einen neuen Kiosk oder einen Bistrobetrieb anbieten. Das Café könne nebenbei zur „sozialen Kontrolle“ beitragen, hieß es. Denn Anwohner befürchten, dass vor allem junge Besucher der Spielhallen neben der Schaubühne den Platz für sich beanspruchen könnten. Die Planer wollen auch Boule-Bahnen sowie ein 70 Zentimeter hohes Podest anlegen, auf dem sich zum Beispiel Künstler oder Hobbyschauspieler draußen präsentieren könnten. CD

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