Berlin : Lehrer scheitert mit Klage gegen mehr Pflichtstunden Verwaltungsgericht erklärt

Mehrarbeit für zumutbar

Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Gymnasiallehrer von 24 auf 26 Stunden als rechtmäßig befunden. Die 7. Kammer wies damit den Antrag eines 56-jährigen Oberstudienrats auf Eilrechtsschutz zurück.

Die Erhöhung sei zumutbar, das Land Berlin verletze nicht die Fürsorgepflicht seinen Beamten gegenüber. Allerdings sagte der Vorsitzende Richter in der Verhandlung, dass er eine Unterrichtsverschlechterung in Folge der Mehrarbeit für möglich halte. Doch das sei Sache des Senats, der die politische Verantwortung trage. „Mit uns Richtern kann man da schlecht diskutieren. Ob man das Olympastadion umbaut oder Lehrer einstellt, wird an der Wahlurne geregelt.“

Zwei Stunden mehr Unterricht bedeuteten für ihn und seine Kollegen eine überproportionale Mehrbelastung, sagte Joachim Walther, der an einem Charlottenburger Gymnasium unterrichtet. Samt Vor- und Nachbereitung müssten sie vier Stunden länger arbeiten. „Als Lehrer kann ich nicht einfach die Qualität des Unterrichts absenken, weil die Abiturstandards das Niveau festlegen.“ Einschnitte in die Qualität des Unterrichts seien daher nicht machbar. Walther will den Weg durch die Instanzen gehen, um ein Grundsatzurteil zu erreichen. jmw

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