Berlin : Lehrer-Schulung: Eine Website soll kein Fremdwort mehr sein

Susanne Vieth-Entus

Die bisher größte Lehrer-Schulung im Bereich der neuen Medien hat begonnen. Innerhalb von zwei Jahren können 5000 Pädagogen kostenlos an dem Projekt teilnehmen. Ziel ist die bessere Integration von Computern und neuen Medien im Unterricht. In den Bezirken wurden bereits regionale Schulungsorte in speziell ausgestatteten Klassenräumen errichtet. Das vom weltweit größten PC-Chiphersteller Intel entwickelte Fortbildungsprogramm soll auch fester Bestandteil des Referendariats werden.

Die Schulung besteht aus Basiskursen für Lehrer ohne Vorkenntnisse und einer 25-stündigen Aufbauschulung. Bereits vor und während der Sommerferien wurden die ersten Lehrer fortgebildet. 50 von ihnen übernehmen als so genannte "Master-Teacher" die weiteren Schulungen. Am Ende sollen die Pädagogen beispielsweise lernen, Websites zu kreieren und dieses Wissen an ihre Schüler weiterzugeben. Denkbar ist auch, dass die Kinder eigene multimediale Projekte entwerfen, um ihren Mitschülern Unterrichtsinhalte anschaulich präsentieren zu können, nennt "Senior-Master-Teacher" Ralf König ein Beispiel für die Umsetzung der Schulung. König ist "nebenbei" noch Informatik-, Mathe- und Physiklehrer am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Prenzlauer Berg.

Obwohl die Lehrer für die Schulungen nicht vom Unterricht befreit werden, sondern in ihrer freien Zeit "anrücken" müssen, haben sich bereits 650 angemeldet. "Die Lehrer sind fortbildungswillig", konstatierte denn auch Schul-Staatssekretär Thomas Härtel (SPD) beim gestrigen offiziellen Start des Projekts in der Wilmersdorfer Geschäftsstelle der gemeinnützigen Cids GmbH. Cids hat die zwölf regionalen Schulungsorte von Reinickendorf bis Treptow mit 13 PCs, Projektionstechnik, Drucker und Software ausgestattet. Außerdem wollen Intel und Cids jetzt auch noch einen sechsstelligen Betrag aufbringen, um zwei mobile Funk-vernetzte "Trainingssets" mit 15 Notebooks für Referendare zu beschaffen, kündigten Martina Roth von Intel und Cids-Geschäftsführer Frank-Detlef Brenning an. In den schulpraktischen Seminaren gibt es nämlich keine entsprechende Hardware.

Apropos "Hardware". Viele Schulen verfügen zwar inzwischen über gute Rechner, aber auch "Altlasten" stehen noch herum. Wolfgang Vanscheid von Siemens verwies denn auch darauf, wie "demotivierend" es sei, in den Schulen auf "alten, verschmutzten Tastaturen rumzuhämmern", wenn zu Hause die neuesten Modelle vorhanden seien. Siemens unterstützt die vom Land mitfinanzierte Intel-Fortbildung als Sponsor.

Berlin ist das letzte Bundesland, das sich dem Projekt anschließt. Bundesweit sollen 180 000 Lehrer fortgebildet werden.

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