Berlin : Lehrer soll Schülerin belästigt haben Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe

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Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen Lehrer in leitender Funktion, der eine 15jährige Schülerin belästigt haben soll, Anklage erhoben. Ihm wird sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Für den Fall, dass es zu einem Urteil kommt, muss der Mann mit Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe rechnen. Die Schulverwaltung hat ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. „Es steht Aussage gegen Aussage“, so Justizsprecher Michael Grunwald.

Der Pädagoge soll dem Mädchen im Flur einer Oberschule „mit der flachen Hand über die Brust gestreichelt haben“, so die Anklage.Der Vorwurf wurde im November 2003 bekannt, Ende März wurde Anklage erhoben. Bei der Schulverwaltung hieß es dazu, sie habe im Dezember zunächst einen Hinweis vom Landeskriminalamt auf ein Strafermittlungsverfahren wegen Beleidigung erhalten. Die Schulverwaltung habe dann die Akten sieben Mal bei der Justiz angefordert und sie erst kürzlich bekommen. Der Beschuldigte wurde wenige Tage später in einen Bereich versetzt, in dem er keinen Kontakt zu Minderjährigen hat. Justizsprecher Grunwald sagte, die Akten seien offenbar wegen laufender Ermittlungen nicht verfügbar gewesen. In der Oberschule wollte man sich nicht äußern. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, sei das Verhalten „völlig unzulässig“, sagte GEW-Vorstandmitglied Thomas Isensee.

Generell seien sexuelle Anziehungen zwischen Lehrern und Schülern ein Tabuthema. „Man sollte aber nicht so tun, als seien Fragen der Sexualität aus der Schule herauszuhalten“, sagte Isensee. Es gebe sowohl Lehrer, die ihre Machtposition ausnützten, als auch Schülerinnen, die „mit aufgeknöpfter Bluse um gute Noten buhlen“. So etwas sollte dann aber mit Betroffenen oder dem Vertrauenslehrer besprochen werden. In Berlin werden rund fünf Fälle im Jahr gemeldet – darunter auch Übergriffe gegen Kolleginnen. kög

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