Lehrergewerkschaft : Streiks werden massiv verstärkt

Nächste Woche werden Schulen und Kitaserneut vom Streik im Öffentlichen Dienst betroffen sein. Die Lehrergewerkschaft GEW kündigte erheblich Einschränkungen im Unterricht an.

BerlinDie Gewerkschaften wollen ihre Streiks noch ausweiten und haben ihre Mitglieder für kommende Woche dazu aufgerufen, ganztägig der Arbeit fernzubleiben. Auch Schulen und Kitas sollen massiv bestreikt werden. „Es wird erhebliche Einschränkungen im Unterricht und bei der Betreuung der Kinder geben“, kündigte die Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Rose-Marie Seggelke, am Donnerstag an. In Einzelfällen müsse mit komplettem Unterrichtsausfall gerechnet werden. Die GEW, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Polizeigewerkschaft GdP planen außerdem für jeden Tag der kommenden Woche Demonstrationszüge und Kundgebungen.

An den beiden Montagen (10. und 17. November) ist Treffpunkt um 9 Uhr am Potsdamer Platz; die Demonstranten wollen dann zum Willy-Brandt-Haus ziehen und werden dabei sicherlich den Verkehr auf der Stresemannstraße behindern. Am Dienstag marschieren sie vom DGB-Haus beim Wittenbergplatz zur TU an der Straße des 17. Juni. Am Mittwoch geht es vom Friedrichstadtpalast zum Bebelplatz. Am Donnerstag gibt es eine Versammlung in der Max-Schmeling-Halle und am Freitag einen Demonstrationszug vom IG-Metall-Haus am Halleschen Tor zur Oranienstraße.

Die Streikenden wollen durch die Erhöhung des Drucks erreichen, dass der Senat die Tarifverhandlungen wieder aufnimmt. Sie fordern 2, 9 Prozent mehr Gehalt und drei Einmalzahlungen in Höhe von je 300 Euro. Der Senat hält die Verhandlungen jedoch für endgültig gescheitert und lehnt weitere Verhandlungen ab. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) bedauerte, dass der Streik auf dem Rücken der Bürger ausgetragen wird.

Auch Eltern haben immer weniger Verständnis. Der Landeselternausschuss forderte, Unterricht und Betreuung der Schüler müssten trotz des Streiks vollständig gewährleistet werden, notfalls durch Einsatz verbeamteter Lehrer. Der CDU-Politiker Sascha Steuer forderte, mehr Aushilfslehrer einzustellen. fk

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