Berlin : Lehrgang: Seiteneinstieg als IT-Experte

sik

Der Neue Markt ist zusammengebrochen, und auch die Mobilfunkindustrie steckt in der Krise. Dennoch werden in Berlin und Brandenburg weiter Fachleute in den Berufen der Informationstechnologien gesucht. Aus diesem Grund haben jetzt das Landesarbeitsamt Berlin-Brandenburg und Siemens ein gemeinsames Pilotprojekt zur Qualifizierung von arbeitslosen Akademikern für diesen Sektor gestartet. 22 Teilnehmer werden dabei in einem 12-monatigen Lehrgang zum "Software-Ingenieur für mobile Kommunikationsnetze" ausgebildet. Erstmals wird ein solches Projekt von einem Unternehmen und der Bundesanstalt für Arbeit finanziert; Siemens zahlt dabei ein Drittel der Kosten. Nach der Qualifizierung, die neun Monate Theorie und drei Monate Praktikum umschließt, haben die Teilnehmer eine feste Arbeitsplatzzusage im Bereich Mobilfunkentwicklung des Konzerns.

"Das ist gerade der Charme des Modells", sagte Landesarbeitsamtspräsident Klaus Clausnitzer. Die Weiterbildung entspreche dem Bedarf des Unternehmens. Das Projekt "Public Private Partnership", an dem sich viele Unternehmen beteiligen sollten, sei "eine richtungsweisende Antwort auf den Fachkräftebedarf der Wirtschaft". Nach Clausnitzers Angaben werden vor allem qualifizierte IT-Mitarbeiter auf der mittleren Ebene gesucht. Allein das hiesige Landesarbeitsamt gebe jährlich 200 Millionen Mark für die Qualifizierung in diesem Bereich aus, zwei Milliarden Mark sind es bundesweit. 2550 IT-Fachleute sind in Berlin arbeitslos gemeldet. Die vor einem Jahr ins Leben gerufene Green Card für ausländische Computer-Experten wurde in Berlin 268 Mal vergeben. Ein gutes Dutzend davon ging an die Mobilfunk-Entwicklung bei Siemens.

Mit dem jetzigen Projekt will das Unternehmen aber nicht Fachleute weiterbilden. Es sollen vielmehr gezielt Seiten-oder Quereinsteiger zwischen 35 und 40 Jahren qualifiziert werden. Die Teilnehmer haben unter anderem eine Ausbildung als Psychologe, Meteorologe, Chemiker oder Mathematiker aufzuweisen. Große IT-Vorkenntnisse seien nicht notwendig. "Die meisten können das Programm Word", sagt Gesine Schmitthals von Siemens. In einem Auswahlverfahren sei die grundsätzliche Eignung für den IT-Bereich untersucht worden. Ein zweites Projekt soll in Kürze in Nordrhein-Westfalen starten.

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