Lehrter Stadtquartier : Vom Zug direkt ins Kongresszentrum

Das Quartier am Hauptbahnhof soll zu einem Hotel- und Messestandort werden. Nutzer für den 150 Meter hohen Büroturm sind aber noch nicht in Sicht.

Vom Zug zum Tagungshotel sind es nur wenige Meter, die Konferenz selbst findet auf der anderen Straßenseite statt – so sehen die Pläne für das Lehrter Stadtquartier aus, wie sie sich der Projektentwickler Vivico vorstellt. „Wir wollen südlich des Bahnhofs einen integrierten Hotel- und Kongressstandort entwickeln“, sagt Michael Burrack, Niederlassungsleiter der Vivico in Berlin. Geplant sind, so Burrack, Hotels unterschiedlicher Kategorien von zwei bis vier Sternen sowie ein Kongresszentrum, in dem 1500 bis 5000 Teilnehmer Platz finden können.

Der Vivico gehören rund um den Bahnhof die Baufelder für ein Hochhaus am Europaplatz, für einen Gebäudewürfel auf dem Washingtonplatz und für fünf Gebäude auf der Südseite des Bahnhofs, wo derzeit Hans-Peter Wodarz mit seinem Kulturgastronomiezelt „Palazzo“ gastiert. Die fünf Gebäude sollen zusammengenommen und als Gesamtpaket vermarktet werden – vier Hotels und ein Kongressgebäude. Mit dem Bau möchte die Vivico beginnen, wenn auch für den Gebäudewürfel auf dem Washingtonplatz die Bagger anrollen. „Wir werden 2008 einen Bauantrag stellen“, sagt Burrack. Zu Mietern oder Nutzern der Neubauten sagt er aber nichts. Zunächst hatte die Vivico eine reine Büronutzung der Gebäude vorgesehen.

Noch kein Baubeginn ist hingegen für den bis zu 150 Meter hohen Turm nördlich des Bahnhofs in Sicht, dessen Baugrund ebenfalls der Vivico gehört. Nach der Absage der Bahn AG, die Konzernzentrale nicht in den Turm, sondern in die vorhandene Bügelbauten des Hauptbahnhofs zu verlegen, gibt es für das Hochhaus derzeit noch keinen Interessenten.

Die anderen Vivico-Neubauten sollen sich in den städtebaulichen Entwurf von 1994 einfügen, der für die Baufelder Häuser von knapp 30 Meter Höhe vorsieht. Damit werden sie das Glasdach des Hauptbahnhofs zwar nicht überragen, aber die Sicht auf das verkürzte Dach jedoch deutlich einschränken. Mit dem Hochhaus sollen rund 170 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstehen. Mit dem Hotel- und Kongressstandort setzt die Vivico auf die direkte Nähe zum Bahnhof. Von dort sind es mit den Zubringerzügen nur wenige Minuten zum neuen Flughafen Schönefeld.

Zum Lehrter Stadtquartier gehören auch die beiden Baufelder nördlich des Bahnhofs, die der Entwickler Aurelis jüngst an die Meerman-Gruppe verkauft hat. Konkret werden die Pläne indes für die Umbauung des Humboldthafens, dessen Grundstücke der Liegenschaftsfonds im Auftrag des Landes verkauft. Das erste Grundstück ist weg, die anderen sollen nach und nach folgen. Geplant sind Hotels, aber auch Wohngebäude. oew

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