Berlin : Leichen werden überführt

Polnische Behörden stimmten Transport zu.

Hoppegarten / Potsdam - Am Ende haben sich fast die halbe Brandenburger Landesregierung, die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) und Dutzende Polizisten mit den Mitte Oktober in Hoppegarten gestohlenen und später in Polen gefundenen zwölf Leichen beschäftigt. Nur mit diesem riesigen Aufwand gab es nun die Einigung, die acht aus Berlin und vier aus Brandenburg stammenden Leichen wieder nach Deutschland zu überführen. „Die polnischen Behörden haben keine Einwände mehr“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Am Montagabend ging man davon aus, dass sie noch in der Nacht zu Dienstag nach Deutschland gebracht werden könnten.

Schon vor gut einer Woche hatte sich Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) eingeschaltet. Am Montagabend bedankte er sich bei allen, die sich für die Rückführung der bei einem Transporter-Diebstahl nach Polen gelangten zwölf Leichen eingesetzt haben: „Mir ist bewusst, dass das tagelange Warten für die Angehörigen der Verstorbenen schwer zu ertragen war.“ Er hatte zuvor den Justiz-, den Innen- und den Europaminister gebeten, sich für die Überführung einzusetzen. Offensichtlich funktionierte die deutsch-polnische Kooperation in diesem Fall nicht. Zwar fand die polnische Polizei nach gut einer Woche den gestohlenen Transporter im Raum Posen. Die Diebe hatten offenbar nichts von der brisanten Fracht im Laderaum geahnt und die Leichen in einem Wald versteckt, wo sie von Spaziergängern entdeckt wurden.

Zu diesem Zeitpunkt gingen die deutschen Behörden noch von einem schnellen Rücktransport der Leichen aus. Doch es begannen aufwendige Identifizierungen, Untersuchungen auf mögliche Seuchen und der Vergleich von Sterbeurkunden. Weitere Formalitäten waren jetzt offenbar nicht mehr nötig. Ste.

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