Leichtathletik-WM : Flughafen erhält Station für Quarantäne

Im Vorfeld der Leichtathletik-WM hat der Flughafen Schönefeld eine temporäre Quarantäne-Station eingerichtet. Untergebracht ist sie in einem bislang ungenutzten Gebäude.

Berlin Bis zu 250 Menschen können dort gleichzeitig aufgenommen werden. Die Einrichtung sowie das Behandlungsmaterial haben 100 000 Euro gekostet. „Wir rechnen zur Leichathletik-WM mit Passagieren aus aller Herren Länder“, sagte Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel. Einige von ihnen könnten „verschiedenste Krankheiten“ einschleppen. „Für diesen Fall wollen wir gewappnet sein.“ Die Quarantäne-Station sei nicht ausschließlich als Vorkehrung gegen die Schweinegrippe zu verstehen.

Die Zahl der mit dem H1N1-Virus infizierten Berliner ist in der Zwischenzeit auf 234 angestiegen. Bei den Neuinfektionen gebe es laut Gesundheitsverwaltung keine Auffälligkeiten. Da mit einem weiteren Anstieg zu rechnen ist, soll nun das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) entlastet werden. Personen, die Kontakt zu nachweislich Infizierten hatten und über Grippesymptome klagen, gelten künftig auch ohne Testnachweis als erkrankt. Nicht jeder Fall müsse mehr diagnostisch gezählt werden, so die Gesundheitsverwaltung.

Laut Berliner Pandemieplan sind die bezirklichen Gesundheitsämter für die Einrichtung von Quarantäne-Quartieren zuständig. In der Regel sind sie in Krankenhäusern. Ob es während der Leichtathletik-WM zu besonderen Regelungen kommen wird, stand am Mittwoch noch nicht fest. Die Wettkämpfe werden überwiegend in Charlottenburg-Wilmersdorf stattfinden. Dort ist Amtsärztin Claudia Kaufhold zuständig. Sollten Sportler zum Beispiel grippeähnliche Symptome aufweisen, werde man sie bitten, während des Nachweistests, ob es sich um Schweinegrippe handelt, im Hotel zu bleiben. Hotels aber generell als Quarantäne-Quartiere umzufunktionieren, sei derzeit nicht geplant. Experten warnen vor Panikmache, da der Krankheitsverlauf der Schweinegrippe bisher sehr milde ist. hey/sib

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