Berlin : Leipziger Platz: Drei Milliarden Mark für einen "vornehmen Platz"

Sabine Beikler

Die Bebauung des Potsdamer Platzes sei nur "der Auftakt für die Neue Mitte" gewesen, sagte gestern Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD). Das gewisse Etwas, der "Schlussstein städtischer Urbanität" soll dem innerstädtischen Bereich nun der Leipziger Platz verleihen. "Vornehmer als der Potsdamer Platz" soll er werden, mit einem "Flaniercharakter" durch Bebauung und Grünanlagen, so Strieder. Das Oktogon des Leipziger Platz solle bis 2003 weitgehend bebaut sein. Die Ausgaben der Investoren werden auf rund drei Milliarden Mark geschätzt. Strieder sprach gestern von einem "herausragenden Gebiet, das hohe Priorität genießt". Deshalb hat die Bauverwaltung den Leipziger Platz auch als "Fläche von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung" eingestuft. Das bedeutet, dass die Senatsverwaltung die Bearbeitung von Bebauungsplänen und Baugenehmigungsverfahren übernehmen will. Ein Senatsbeschluss dafür steht aber noch aus: Der Rat der Bürgermeister soll erst eine Stellungnahme abgeben. Wer die Sanierungskosten für den unter dem Leipziger Platz liegenden U 2-Tunnel übernehmen wird, ist laut Strieder auch noch nicht geklärt.

Ob direkt neben dem Bundesratsgebäude in einer Baulücke der Berliner Dienstsitz von Bundesumweltminister Jürgen Trittin gebaut wird, ist laut Strieder noch nicht sicher: Das sei Sache des Bundes, eine Entscheidung darüber stehe noch aus. Das Mosse-Palais am Leipziger Platz wurde bereits fertiggestellt. Die Häuser der DG-Immobilien, Knauthe und Züblin Projektentwicklung sind im Bau. Wettbewerbsverfahren wurden für folgende Investoren schon durchgeführt: Deutsches Reisebüro GmbH (Erster Preis: Rave & Partner, Berlin), KapHag (Hilmer / Sattler, München / Berlin), MM Management (KSP Engel und Zimmermann, Berlin) und IVG /õBotag (Christoff Langhoff, Berlin). Als Preisträger für die künftige Kanadische Botschaft steht das Büro Kuwabara Payne Mc Kenna Blumberg Architects fest. Sony will 2001 ein Wettbewerbsverfahren durchführen und laut Strieder 2002 mit dem Bau am Leipziger Platz beginnen. Das Sony-Gebäude soll 2004 fertiggestellt werden. Was mit dem größten Grundstück von 20 000 Quadratmetern Fläche am Leipziger Platz passieren soll, ist noch nicht entschieden. Die Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft (TLG) verfügt über die Fläche des früheren Kaufhauses Wertheim. Laut Strieder will die TLG dort vier Grundstücke vergeben.

Die Gestaltung der "Neuen Mitte" geht neben dem Leipziger Platz weiter voran. 2001 soll der Potsdamer Platz städtebaulich weitgehend gestaltet sein. Strieder rechnet auch für das nördlich an das Sony-Projekt angrenzende Lenné-Dreieck mit einer baulichen Realisierung bis 2004. Investor ist dort Otto Beisheim.

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