Berlin : Lenzen sagt Ja zu Hamburg

Der Präsident der Freien Universität tritt „spätestens zum März“ an der Uni der Hansestadt an. Die FU sucht eine schnelle Nachfolge

A. Burchard/A. Lückingsmeier
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Foto: dpadpa

Jetzt ist es amtlich: Dieter Lenzen hat am Freitag die Wahl zum Präsidenten der Uni Hamburg angenommen und verlässt die Freie Universität. „Spätestens zum März“ 2010 werde er sein neues Amt antreten, sagte Lenzen im Hamburger Rathaus. Auf die Frage, warum er aus einem laufenden Vertrag nach Hamburg komme, antwortete Lenzen: „Die Uni wird in ihrer Qualität massiv unterschätzt – das reizte mich.“ Eine ähnliche Aufgabe habe er schon in Berlin übernommen und gehe mit großem Optimismus an diese Aufgabe.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rief Lenzen am Donnerstag in der Generaldebatte des Abgeordnetenhauses einen knappen Gruß hinterher: „Herzlichen Glückwunsch und gute Reise.“ Kurz nach Lenzens Wahl am 20. November in Hamburg hatten CDU-Abgeordnete die rot-rote Koalition aufgefordert, Bleibeverhandlungen mit ihm zu führen. Das ist nicht geschehen. Die CDU in der Hamburger Bürgerschaft dagegen begrüßte Lenzen enthusiastisch. Man setze große Hoffnungen darauf, dass Lenzen die Hamburger Universität aus der Mittelmäßigkeit befreie, hieß es.

An der FU werde nun unverzüglich die Stelle für Lenzens Nachfolge ausgeschrieben, erklärte der Vorsitzende des Kuratoriums der Universität. Weil demnächst Entscheidungen für die neue Runde des Exzellenzwettbewerbs anstehen, müsse das Präsidium schnellstmöglich neu besetzt werden. Erichsen würdigte Lenzens „herausragende Verdienste“ um die FU, die er zu einer Top-Universität in Europa gemacht habe.

Den Befürchtungen, er wolle seinen Mitarbeiterstab mitnehmen und damit an der FU ein Vakuum hinterlassen, widersprach Lenzen. Für Leitungsaufgaben gebe es bundesweit qualifizierte Leute.

Welche finanziellen Zusagen ihm Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) persönlich gemacht hat, wollte Lenzen nicht sagen. Um künftig Lehrkräfte besser bezahlen und Studierende besser betreuen zu können, werde eine gemeinnützige GmbH gegründet, die dafür Spenden und Fördergelder sammeln soll, erklärten Gundelach und Lenzen. Außerdem könne die Uni zusätzliche Professoren unterhalb der höchsten Besoldungsgruppe befristet einstellen. Der Etat der Hochschule soll nicht steigen, so lange die Zahl der Studierenden konstant bleibt. Das Budget müsse aber angepasst werden, wenn die doppelten Abiturjahrgänge an die Uni drängen, sagte Lenzen. Das ist in Hamburg allerdings schon im kommenden Sommer der Fall.

Lenzens ehrgeiziges Ziel, die Uni Hamburg zu neuen Erfolgen im Exzellenzwettbewerb zu führen, unterstützt die Senatorin: Sie garantiere die Kofinanzierung, sagte Gundelach. „Keinesfalls aber sollen Forschung und Lehre gegeneinander ausgespielt werden“, betonte Lenzen. Die Lehre habe Vorrang, notfalls müsse der Exzellenzwettbewerb zurückstehen. Widerstände an der Uni glaubt Lenzen überwinden zu können: Er werde jetzt mit allen Gruppen Gespräche führen. A. Burchard/A. Lückingsmeier

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