Berlin : Lernbehinderte Kinder müssen integriert werden

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Betrifft: Schulen in Berlin

Auf welche Fachleute beruft sich die Autorin des Beitrages, wenn darauf verwiesen wird, dass „rund 3000 Kinder, die nicht behindert sind, etikettiert würden, um Personal beantragen zu können“? In Berlin kann bei einem Bezirksvergleich nachgewiesen werden, dass genau das Gegenteil der Fall ist: In den Bezirken Spandau und Kreuzberg, welche einen sehr hohen Anteil an integrativ beschulten Kindern haben, sind lediglich zwei Prozent aller Schülerinnen und Schüler als „lernbehindert“ etikettiert.

Anderseits: Die Bezirke Hellersdorf und Marzahn haben einen sehr geringen Anteil integrativ beschulter Kinder und zirka sechs Prozent aller Schülerinnen und Schüler als „Lernbehinderte“ etikettiert. Und auf welche Experten beruft sich Herr Sarrazin, wenn er behauptet: „Manche Kinder könnten in den Sonderschulen besser gefördert werden?“ Eine breit angelegte Studie des Sonderpädagogik-Professors Hans Wocken von der Universität Hamburg hat eindeutig belegt: Je früher Kinder auf die Schule für Lernbehinderte überwiesen werden und je länger sie dort bleiben, umso geringer sind die Lernerfolge. Wenn es eine Instanz gibt, die allein darüber entscheiden darf, ob ein schwer behindertes Kind die Schule am Wohnort oder eine Sonderschule besuchen soll, dann sind dies die Eltern.

Jutta Schöler, Technische Universität Berlin, Arbeitsstelle „Integrative Förderung behinderter und nicht behinderter Kinder“

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