Berlin : Lesen in der Buchstabensuppe

Das sind die Sieger beim Wettbewerb „vereinaktiv“ – neue Runde startet

Annette Kögel

Lernen geht durch den Magen. Im Kreuzberger Wrangelkiez kochen Kinder beim Schreib- und Leselernprojekt des Vereins „Urban Dialogues“ – und löffeln Buchstabensuppe. Ein origineller Ansatz, der die Jury des Wettbewerbs „vereinaktiv“ zum bürgerschaftlichen Engagement in Berlin überzeugte. Der Stadtkunstverein „Urban Dialogues“ gewann bei der ersten Wettbewerbsrunde der Initiative „bürgeraktiv“ des Landes Berlin und dem Tagesspiegel den ersten Preis.

Das unter anderem vom Quartiersmanagement Wrangelkiez und Sponsoren finanzierte Projekt zeige „hervorragendes privates Handeln für ein soziales Problem“, sagte André Schmitz, Chef der Senatskanzlei und Berliner Ehrenamtsbeauftragter, zur Begründung der Jury. Ihr gehören Carola Schaaf-Derichs vom Treffpunkt Hilfsbereitschaft, Fundraisingberater Friedrich Haunert, Markus Hipp von der Robert Bosch Stiftung, Daniel Dettling, Vorstandsvorsitzender von „berlinpolis“, sowie der Tagesspiegel an.

Bei „Urban Dialogues“ kümmern sich Künstler und Ehrenamtliche vor allem um Kinder nicht-deutscher Herkunft. Die Künstler arbeiten für ein Honorar, das weit unter dem üblichen liegt, sagte Projektleiterin Sibylle Kraut-Eppich. Zu den Angeboten gehören „Schmökerkiste“, Lesestunden und kulinarische Schreib-Mal-Workshops.

Das Projekt kann nun mit dem vom Radiosender „94,3 RS2“ gestifteten Preisgeld unter anderem neue Materialen besorgen. Zudem veranstalten der Sender und der Tagesspiegel im Oktober einen Workshop zum Thema „Pressearbeit“ für die insgesamt drei ausgezeichneten Vereine. Auf den zweiten Platz kam das Projekt „Jugendnotmail“: Kinder und Jugendliche können sich Psychologen, Sozialarbeitern und Ärzten per Internet anvertrauen. 26 Fachleute engagieren sich ehrenamtlich. Derzeit sind über 200 Nutzer registriert, täglich treffen 80 Mails ein (www.junoma.de). Mit dem dritten Platz wurden die ehrenamtlichen Familienhelfer der Björn-Schulz-Stiftung ausgezeichnet. Sie betreuen 130 Familien mit krebskranken Kindern.

Der nächste Wettbewerb steht unter dem Motto „Zusammenleben in Berlin“. Bis zum 30. September können sich Initiativen bewerben, die sich um die Integration nicht-deutscher Berliner kümmern: www.berlin.de/bürgeraktiv/vereinaktiv

0 Kommentare

Neuester Kommentar