Berlin : Lesen, klicken, reisen

Fürs Lernen einer Sprache gibt es viele Möglichkeiten – die Expolingua zeigt einige

Silke Zorn

„My chef is an influential undertaker.“ Wer seinen Vorgesetzten derart klangvoll als einflussreichen Unternehmer vorstellt, sorgt garantiert für entgleiste Gesichtszüge beim britischen Geschäftspartner, weiß Ian McMaster, Chefredakteur der Zeitschrift „Business Spotlight“. Denn die englischen Ohren erreicht die höchst interessante Botschaft: „Mein Koch ist ein einflussreicher Leichenbestatter.“ False friends – falsche Freunde heißen diese hinterlistigen Wörter, die in verschiedenen Sprachen so ähnlich klingen und doch so unterschiedliche Bedeutungen haben.

Nicht erst im Job schützen solide Kenntnisse einer Fremdsprache vor Peinlichkeiten. Schon in Schule, Ausbildung und Studium werden Sprachen immer wichtiger. Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, ihren „inneren Schweinehund“ zu überwinden, Vokabeln zu pauken und Grammatikregeln zu lernen. „Dabei gibt es so viele spannende Wege, sich fremde Sprachen zu erschließen“, sagt Silke Lieber, Projektleiterin der Messe Expolingua, die am kommenden Wochenende in Berlin stattfindet. 147 Aussteller aus aller Welt informieren rund um das Thema Sprachen – vom Praktikum im Ausland, über den Uni-Sprachkurs bis hin zur Lernsoftware. Denn auch in Sachen Fremdsprachen gilt: Jeder Mensch lernt anders.

Bei Schülern sind seit jeher Ferien-Sprachkurse ganz groß angesagt. Im grünen Süden Englands oder auf der sonnenverwöhnten Mittelmeerinsel Malta lernt es sich eben leichter. Weiterer Pluspunkt: Die Jugendlichen wohnen meist in einer Gastfamilie, so dass die tagsüber erworbenen Kenntnisse beim Abendbrot gleich in die Praxis umgesetzt werden können. Besonders Mutige können für ein volles Jahr ins Ausland gehen und dort ganz regulär die Schule besuchen.

Auch in Studium und Beruf bestehen zahlreiche Möglichkeiten, sich Sprachkenntnisse anzueignen. Praktika und internationale Trainee-Programme vermitteln neben der Sprache des Gastlandes auch Einblicke in dessen Lebens- und Arbeitswelt. Und wer im Ausland Uni-Luft schnuppern möchte, kann das im Rahmen eines Gastsemesters an einer ausländischen Hochschule tun. Allerdings müssen gerade in anglo-amerikanischen Ländern oft hohe Studiengebühren gezahlt werden. Hier können Stipendien helfen, zum Beispiel über das Bildungsprogramm „Sokrates“.

Vokabeln und Konversation kann man aber auch in der Sprachschule um die Ecke üben. Die Anbieter privater Sprachkurse sind zahlreich und Volkshochschulen offerieren zu günstigen Konditionen Sprachunterricht. Bei der Suche nach dem richtigen Kurs sollte man allerdings genau prüfen, was man für sein Geld bekommt: Gibt es allgemein anerkannte Zertifikate? Wie ist es um die Ausstattung der Schule bestellt? Sind die Lehrer Muttersprachler mit Unterrichtserfahrung?

Bleiben die Couch Potatoes und viel Beschäftigten, die es beim besten Willen nicht schaffen, an regelmäßigem Unterricht teilzunehmen. Auch sie kommen auf ihre Kosten – Fernlehrgänge und Web-Learning machen’s möglich. Vorteile dieser Lernmethode: Gebüffelt werden kann überall und jederzeit, ob nach Feierabend oder am Wochenende. Und auch das Lerntempo kann man in der Regel selbst bestimmen. Die Bandbreite reicht dabei von klassischen Fernlehrkursen, bei denen das Unterrichtsmaterial an die Teilnehmer verschickt wird, über Web-Learning via Internetplattform bis hin zu einer Kombination des Fernunterrichts mit Präsenztrainings. Lernsoftware auf CD-Rom vervollständigt das multimediale Angebot. Eine gehörige Portion Disziplin und gutes Zeitmanagement sind bei dieser Art des Lernens allerdings Voraussetzung.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben