LESERAKTION : Platz da,

Ideen her!

NOLLENDORFPLATZ: WIE WÄRE ES MIT

EINER GANZ NEUEN ORDNUNG?





Er ist ein schwieriger Kandidat: Der Nollendorfplatz in Schöneberg ist fast ausschließlich für Autos da. Kein sinnvoller Raum für Fußgänger – jedenfalls kein sicherer. Der Nollendorfplatz ist: ein Parkplatz, Bülow- und Kleiststraße sind Rennstrecken. Die Einemstraße zu überqueren ist lebensgefährlich. Pflanzgrün? Generell eingefasst von Betonumrandungen. Der Platz ist zu beiden Seiten des U-Bahnviadukts vom Verkehr zerschnitten. Kläglich das Ganze, finden auch Studierende des Master-Studiengangs Landschaftsarchitektur an der

Technischen Universität Berlin (Foto oben). Für unsere Serie stellen sie ihre Ideen zur Neugestaltung des Platzes zur Verfügung – und entwickeln sie weiter.

Unter Leitung von Landschaftsarchitektin Astrid Zimmermann haben sie in einem Projekt Entwürfe für die Umgestaltung entwickelt, sie vor kurzem im Amerika Haus ausgestellt und mit Vertretern aus der Bauverwaltung, mit Anwohnern und Geschäftsleuten diskutiert. Zwischenergebnis: dass diverse Entwürfe ganz frech die Nord-Süd-Verbindung von der Einem- zur Maaßenstraße zugunsten einer zentralen Platzfläche kappten, kam bei den Anwohnern gut an. „Die Leute sind vor allem vom Verkehr genervt“, sagt Astrid Zimmermann. Die jungen Planer sind sich einig: An der Einmündung der Maaßenstraße in den Nollendorfplatz muss sich was ändern. Der Platz selbst werde sicher in erster Linie eine steinerne Anlage bleiben, aber man kann das Durcheinander von Absperrungen, Kübeln und Masten beseitigen, dem Ganzen ein einheitliches Bild geben. Manche Entwürfe machen aus dem Parkplatz am südlichen Rand einen Raum für Fußgänger und Radfahrer – leider die schattige Seite. Andere vergrößerten den sonnigen Bereich am U-Bahnhof und machten daraus einen zentralen Platz – eine radikale Lösung, wie in der Simulation oben. Der Verkehr wird auf schmaleren Straßen drum herum geleitet.

Ein Anrainer aus dem Kiez am Winterfeldtplatz hatte das landschaftsarchitektonische Universitätsprojekt im Herbst 2011 angeregt. Die große Unzufriedenheit von Gewerbetreibenden und Anwohnern war zunächst Anlass für eine Ideensammlung. Dann wurden Gestaltungskonzepte für die Freiflächen entworfen. Für die Serie werden die Studierenden nun zwei vollkommen unterschiedliche Planungen weiter ausarbeiten. Man darf also gespannt sein.

Das sind wir übrigens auch auf Ihre Vorschläge. Haben Sie Ideen für den Nollendorfplatz oder anderen verbesserungswürdigen Plätzen aus unserer im April startenden Serie? Dann mailen Sie Ihre Vorschläge und Anregungen an leserbriefe@tagesspiegel.de (mit Betreff: „Berliner Plätze“), senden Sie Ihre Fotos und Zeichnungen an leserbilder@tagesspiegel.de. Oder schreiben Sie an: Der Tagesspiegel, Leserbriefe, Kennwort „Berliner Plätze“, 10876 Berlin. lei

Alles zur Stadtplatz-Aktion unter:

www.tagesspiegel.de/platzda

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