Leserdebatte : Die Drogen- und Trinkerszene am Kotti - Reif für die Insel?

Die Junkies und Trinker am Kottbusser Tor sollen runter von der Straße. Bezirksbürgermeister Franz Schulz von den Grünen will sie auf die Verkehrsinsel unter der Hochbahntrasse verbannen. Eine gute Idee? Diskutieren Sie mit! 

Thorsten Scheimann
Kottbusser Tor Foto: ddp
Alkohol- und Drogenabhängige sollen sich künftig nur noch auf der Verkehrsinsel unter der Hochbahn treffen.Foto: ddp

Vielen Geschäftsleuten und Anwohnern ist sie ein Dorn im Auge - die Trinker- und Drogenszene vom Kottbusser Tor. Seit mehr als drei Jahrzehnten trifft sie sich hier tagtäglich auf den Gehwegen und an den U-Bahn-Zugängen der belebten Station.

Dem will Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) nun ein Ende setzten. Er plant, auf der Verkehrsinsel unter der Hochbahn einen Kiosk für die Abhängigen einzurichten. Neben Sitzbänken soll es auch Toiletten geben.

Ein ähnliches Unterfangen hatte bereits am Mehringplatz Erfolg. Dort stehen zwei ausrangierte überdachte BVG-Wartehäuser mit Parkbänken und einer Toilettenkabine, an der sich jeden Tag die Szene versammelt.

Ob dieses Modell aber auf das Kottbusser Tor übertragen werden kann, ist umstritten. Einige befürchten, dass der Verkauf von Drogen auch weiterhin eher im Schutz der umliegenden Hauseingänge als auf einer einsichtigen Verkehrsinsel stattfindet. Andere bemängeln, dass Fahrgäste, die den Aufzug zur U-Bahn nutzen möchten, zukünftig mitten über die neue "Trinkerinsel" samt ihrer Bewohner gehen müssen.

Wird mit einer "Abschiebung" der Szene etwa vielmehr an den Symptomen herumgedoktert, als die Ursachen zu bekämpfen? Aus den Augen, aus dem Sinn? Oder ist die neue "Trinkerinsel" doch eine gute Lösung für alle - ein netter Szenetreff?

Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit!

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