Leserdebatte zur Grünen Woche : Brauchen wir eine nachhaltigere Landwirtschaft?

Tier- und Umweltschützer kritisieren die voranschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft. Sie fordern ein Ende von Massentierhaltung und der Überproduktion von Nahrungsmitteln. Brauchen wir ein Umdenken in der Agrarpolitik? Diskutieren Sie mit!

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Für alle Sinne. Die Grünen Woche, die noch bis Sonntag läuft, dreht sich nicht nur ums Essen. Fotos: dpa
Für alle Sinne. Die Grünen Woche, die noch bis Sonntag läuft, dreht sich nicht nur ums Essen. Fotos: dpaFoto: dpa

Ein Bündnis aus Umwelt- und Tierschützern nahm die Internationale Grüne Woche zum Anlass, um am vergangenen Samstag mit einer Großdemonstration auf die vermeintlichen Gefahren von Massentierhaltung und industrieller Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ zogen 25.000 Menschen in einem Protestzug durch Berlin. Bei einer anschließenden Kundgebung sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Hinter dem schönen Schein der Messestände verbergen sich millionenfaches Tierleid, ein exorbitanter Antibiotika-Einsatz bei Masttieren und enorme Belastungen der Umwelt durch die Massentierhaltung“. Er forderte zudem die Politiker zum Handeln auf und pochte auf eine neue Weichenstellung in der Agrarpolitik Deutschlands und der Europäischen Union.

Im Rahmen der Proteste kritisierten auch kirchliche Hilfswerke die Auswirkungen der EU-Landwirtschaftspolitik auf Entwicklungs- und Schwellenländer. "Die heutige Agrarpolitik Europas bedroht die Existenz vieler Bauernfamilien in den armen Ländern.“ erklärte Klaus Seitz von „Brot für die Welt“. Die Überproduktion von Nahrungsmitteln helfe den Menschen vor Ort nicht, das Hungerproblem werde ebenfalls nicht gelöst sondern eher verschlimmert.  

Die Grüne Woche 2013
Auf der Grünen Woche warten keine Sexismus-Vorwürfe auf Rainer Brüderle, dafür köstliche regionale Spezialitäten.Weitere Bilder anzeigen
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27.01.2013 09:58Auf der Grünen Woche warten keine Sexismus-Vorwürfe auf Rainer Brüderle, dafür köstliche regionale Spezialitäten.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner reagiert auf die Forderungen bisher gelassen und sieht Deutschland auf einem guten Weg. Sie betrachtet die Kritikpunkte als unangemessen und verwies auf die bisherigen Leistungen Deutschlands in der Agrarpolitik: „Wir sind bei der Ökologisierung der Landwirtschaft weiter als die meisten Staaten Europas." Sagte sie in einer Stellungnahme.

Liebe Leser, ist eine industrielle Landwirtschaft nötig, um auch in Zukunft eine Versorgungssicherheit und günstige Preise von Nahrungsmitteln zu gewährleisten? Oder brauchen wir in Europa ein Umdenken, um Massentierhaltung und Umweltbelastungen zu reduzieren? Diskutieren Sie mit!

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