Lesermeinung : Was Senioren freut, was Senioren nervt

Was gut ist aus Seniorensicht und was noch verbessert werden kann: Elmar Krause, Vorstandsmitglied der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf schreibt es hier auf.

Elmar Krause
Elmar Krause, Vorstandsmitglied der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf. Foto: privat
Elmar Krause, Vorstandsmitglied der Seniorenvertretung Steglitz-Zehlendorf.Foto: privat

Vorstandsmitglied der immer noch amtierenden Seniorenvertretung unseres altenfreundlichen Steglitz-Zehlendorf bin ich. An alle „ü60“ appelliere ich an der jetzt laufenden Wahl für die neue Seniorenvertretung teilzunehmen. Auch Briefwahl! Wenn alles ordentlich, richtig und gut verläuft, wird die neue SV Ende April ihre Arbeit aufnehmen.

Persönlich und ehrenamtlich bin ich besonders in die Mobilität meiner Altersgruppe involviert. Wer sich bewegt, bleibt fit! Wichtig für das Wohnen und Wohnenbleiben im eigenen Kiez sind dabei die Nahversorgung mit allen Gütern des täglichen Bedarfs. Die intakten Gehwege, die funktionierenden Laternen, sauberen Bänke und öffentlich zugänglichen Toiletten machen uns Senioren das Leben besser.

Was uns freuen kann: Die Seniorenvertretung hat 2016 einen „Toilettenwegweiser für Steglitz-Zehlendorf“ herausgegeben, der in den Rathäusern und in einschlägigen Geschäften zum Mitnehmen bereitliegt. Auch in den Sprechstunden der Seniorenvertretung ist dieser zu bekommen; online zum Ausdrucken steht dieser auch zur Verfügung.

Was uns beim Laufen auf den Gehwegen nervt: Die rücksichtslosen Radfahrer und die zugeparkten Fußgängerüberwege sowie die fehlenden Bordsteinabsenkungen. Auch die wegen der Baustellenzufahrt über den Gehweg gegossene Asphaltdecke, die immer sehr steil und häufig mit Stolperkante ausgeführt ist, stellt für uns Senioren ein erhebliches Mobilitätshindernis dar.

Was uns bei der BVG freut: Bei allen neuen Bussen ist das „Kneeling“ Standard. An den Haltestellen gehen die Busse für die einsteigenden Fahrgäste in die Knie. Dieses Absenken erfreut mobilitätseingeschränkte Bürger sowie Leute mit Kinderwagen und rollenden Lasten.

Was uns bei den Busfahrten nervt: Das schnelle Anfahren der Busse von der Haltestelle weg bevor die Zugestiegenen einen Halt gefunden haben. Das kurze Warten vor der Abfahrt auf die neuen, Gäste wäre komfortabel. Die Unpünktlichkeit der Busse, das betrifft zu frühes und zu spätes Abfahren von der Haltestelle.

Was uns an den Hunden freut: Es gibt immer mehr gut erzogene Hunde. Unser Bezirk ist hundefreundlich. Trotz der Hundesperre um den Schlachtensee gibt es für die Berliner Hunde mit ihren Frauchen und Herrchen ausreichend Auslauf und Badestellen.

Was uns an den Hundebesitzern ärgert: Zugeparkte Gehsteige direkt vor dem Wald, obwohl 50 m weiter ausreichend ordentliche Parkmöglichkeiten vorhanden sind. Fehlende Container für die Hundekot-Beutel. Diese gefüllten Beutel finden sich dann im Wald, auf der Straße oder in den Grundstücken an. Wenn die Straßenreinigung mit ihrem Service nicht vor Ort ist, könnte ja die Stadtreinigung einen kleinen Restmüll-Behälter aufstellen, der zusammen mit der wöchentlichen Hausmüllabfuhr entsorgt wird.

Was uns am Bahnhof Wannsee freut: Die Ladenzeile auf dem Gustav-Hartmann-Platz ist wieder zu Leben erwacht. Jetzt ist mehrfach gut zu essen und zu trinken.

Was uns dort ärgert: Die Schließung der Bahnhofstoilette hat jetzt mehrjähriges Jubiläum. Schön ist aber, dass neue Restaurant-Wirt seine Toiletten ohne Bedingungen zur Verfügung stellt. Die Freitreppe von der Halle zu den Bahnsteigen hat keinen Handlauf in der Mitte. An den Bahnhof-Eingang-Seiten Gustav-Hartmann-Platz und Dreilindenstraße sind keine Aufzüge vorhanden. Der Taxenstand sowie das Seniorenheim sind dadurch nur mit unzumutbaren langen Wegen barrierefrei erreichbar. Pendler mit dem PKW und dem Fahrrad, die weiter mit der Bahnfahren, haben es schwer. Wegstrecken bis zu einem 1 km müssen in Kauf genommen werden. Der große Park + Ride Parkplatz direkt am Bahnhofsvorplatz und die Reichsbahnstraße wurden verkauft und privatisiert. Der jetzt vom neuen Eigentümer betriebene Parkplatz wird auf Grundseiner Kostenstruktur von den Pendlern nicht mehr genutzt. Die Reichsbahnstraße ist für Fremde gesperrt. Der Bahnhof Griebnitzsee wurde in die Tarifzone C genommen. Die viel zu eng aufgestellten Fahrradständer rum um den Bahnhof Wannsee sind mit alten Schrott-Rädern von den Sommern der letzten Jahre dauerhaft blockiert.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar