Lesermeinung zu Stolpersteinen : Vielfalt ja - Unterstellungen nein

Unsere Kommentatorin kritisierte eine "Monopolstellung" der Stolpersteine im öffentlichen Gedenken. Hier antwortet Gisela Morel-Tiemann von der Initiative Stolpersteine Friedbergstraße. Diskutieren Sie mit!

Gisela Morel-Tiemann
Stolpersteine
Stolpersteine am Hackeschen Markt in Berlin. Sie erinnern an Opfer des Nazi-Regimes.Foto: ddp

Nicht staatliche Stellen übernehmen die Auswahl der Nazi-Opfer, für die Stolpersteine gelegt werden sollen, sondern Nachkommen und Bürger, die die Schicksale recherchieren und dokumentieren - ehrenamtlich und nicht staatlich gefördert. Sie wollen an Menschen erinnern, die einer mörderischen Ideologie zum Opfer fielen. Sind sie deshalb selbst Ideologen? Man sollte durch solche Unterstellungen den unsäglichen Münchener Streit nicht auch nach Berlin tragen. Hier werden keine Inschriften mit Nazi-Terminologie akzeptiert - und mit Gunter Demnig wird hart darüber gestritten.

Niemand wird gezwungen, für seine Vorfahren Stolpersteine zu legen. Aber es sollte auch niemand diejenigen, die es wünschen, daran hindern. Jede Form des Gedenkens - und die Menschen, die dahinter stehen - sollten respektiert und geachtet werden! Es gibt wohl kein "Denk-mal", das so viele Menschen - junge zumal - dazu bringt, sich mit der Geschichte der mörderischen Gewaltherrschaft zu befassen wie das Stolpersteinprojekt.

Gisela Morel-Tiemann

wwww.stolpersteine-friedbergstrasse-berlin.de

Diese Lesermeinung ist eine Antwort auf einen Kommentar von Claudia Keller.

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