Lesung : Der Brokkoli-Effekt

Tagesspiegel-Autor Hartmut Wewetzer las aus seinem Buch "Der Brokkoli-Faktor" über gute Nachrichten aus der Medizin.

Daniela Martens
Wewetzer
Hartmut Wewetzer liest in der Charité. -Foto: Tsp

Der Brotkorb steht ganz in der Nähe des rachitischen Skeletts mit der schlangenähnlich verkrümmten Wirbelsäule. Dazwischen liegen nur ein paar Schritte und das Glas einer Vitrine. Tagesspiegelleser Wolf Kaiser beugt sich nach vorn, um die verformten Knochen zu inspizieren. „Man sieht genau, wie fragil das Leben ist“, sagt der 62-Jährige. Wolf Kaiser ist an diesem Abend ins Medizinhistorische Museum der Charité in Mitte gekommen um sich die Dauerausstellung anzusehen. Und um etwas darüber zu erfahren, wie man gesund bleibt.

Der Rundgang durchs Museum ist eine Art Einstimmung auf die Lesung, die kurz darauf in der Hörsaalruine neben den Museumsräumen beginnt: Hartmut Wewetzer, Leiter des Tagesspiegel-Ressorts Wissen & Forschen liest aus seinem Buch „Der Brokkoli-Faktor und andere gute Nachrichten aus der Medizin“ (Ullstein-Verlag, 7,95 Euro). Darüber schreibt der Journalist, der vor seiner Arbeit beim Tagesspiegel als Arzt praktizierte, auch in seiner Kolumne, die jeden Sonntag erscheint. Es sei manchmal extrem schwierig, gute Nachrichten aus der Medizin zu finden, sagt Wewetzer lächelnd und liest dann das Kapitel über das „Supernahrungsmittel“ Brokkoli, dessen Inhaltsstoffe, die Isothiocyanate, „als Krebsbremse funktionieren könnten“ und der außerdem viele Mineralstoffe und Vitamine enthalte. Tagesspiegelleser Wolf Kaiser mag Brokkoli gern und wusste schon vorher über seine Wirkung Bescheid. Vor dem Gang durch die Ausstellung hat er die Brokkolisuppe probiert, die die Firma Eßkultur den Gästen vor der Lesung serviert hat– mit einem Stück Brot aus dem Korb neben dem rachitische Skelett. Hätte der Mensch, dem es einst „gehörte“, als Baby genügend Vitamin D bekommen, wären seine Knochen wahrscheinlich gerade gewachsen und heute kein abnormes „Ausstellungsstück“. Das Skelett stand übrigens schon neben dem Arbeitstisch des Pathologen Rudolf Virchow, der die medizinhistorische Sammlung im 19. Jahrhundert gründete. Daniela Martens

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