Berlin : Letzte Chance für „Belle et fou“

Erotik-Show geht weiter - Käufer gesucht

Bernd Matthies

Erotik-Show geht weiter - Käufer gesucht Letzte Chance für die Erotik-Show „Belle et fou“: Am Montag trafen sich die Gesellschafter der Spielbank, um in Gesprächen mit zwei Interessenten über den Verkauf ihrer Anteile an der Show zu beraten. Erstes Ergebnis: „Der Betrieb geht weiter“ – dies sagte Hans-Peter Wodarz, der Erfinder und Koproduzent, am Rande der Sitzung. Man habe allerdings noch keine Entscheidung darüber getroffen, mit welchem der Bewerber man handelseinig werde. Eine zeitliche Begrenzung des Weiterbetriebs sei nicht beschlossen worden.

Offenbar war im Vorfeld der Sitzung ein Interessent abgesprungen, der in einer Erklärung im Oktober als sicherer Käufer dargestellt worden war. Den 66 Mitarbeitern war schon zu diesem Zeitpunkt gekündigt worden, nur vorsorglich und um die Übergabe vorzubereiten, wie es hieß. Namen möglicher neuer Betreiber wurden bisher nicht genannt.

Die von Hans-Peter Wodarz und Arthur Castro produzierte Show hat seit der Premiere im Mai hohe Verluste eingefahren. Wodarz bestätigte eine Zeitungsmeldung, nach der „Belle et fou“ insgesamt etwa 3,7 Millionen Euro verloren hat. Befürchtung: Bis zum Jahresende könnten es sogar 4,6 Millionen Euro sein.

Die Hauptursache des Debakels waren offenbar die verheerend schlechten Premierenkritiken. Zwar wurde die Show im eigens mit viel Aufwand umgebauten ersten Stock der Spielbank am Marlene-Dietrich-Platz in den Folgemonaten nach und nach erneuert, und sie erntete in der bislang letzten Fassung im Oktober viel Zustimmung. Doch offenbar reichte das bislang nicht aus, um auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein: Die Gesellschafter der Spielbank waren dem Vernehmen nach nicht bereit, nochmals eine Summe von etwa 1,5 Millionen Euro nachzuschießen, um auch die Vermarktung des neuen Konzepts sicherzustellen. Dies wird nun offenbar vom neuen Investor erwartet.

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