Berlin : Letzte Warnung

Bernd Matthies

wirft sich dubiosen chinesischen Bestrebungen entgegen Ohne China wäre die Bundesrepublik in ihrer heutigen Form kaum denkbar. Erst stiftete die Angst vor der sog. Gelben Gefahr ein produktives Gefühl der Zusammengehörigkeit im Angesichte Adenauers, dann spendete der Große Vorsitzende Mao der heimatlosen Linken in Deutschland ein schönes, ideologisch reizvoll verziertes Dach, und heute treibt allein die Existenz des Riesen im Osten den Reformeifer unserer Politiker voran: Wenn wir Hartz IV nicht durchziehen, heißt es, dann wird der „Golf“ bald nur noch in Shanghai gebaut.

Das ging soweit in Ordnung. Aber nun, Chinesen, übertreibt ihr es doch, wenn ihr hochqualifizierte Fachkräfte aus der deutschen Hauptstadt abwerbt. Erst gehen die Auto-Designer, dann die Windkraftexperten, und am Ende auch noch die Ein-Euro-Kräfte, weil sie in China Einsfünfzig die Stunde bekommen. Unweigerlich fällt die deutsche Wirtschaft zu Boden, und in den Billigkaufhäusern in Peking gibt es bald Jutebeutel, die unter menschenrechtswidrigen Bedingungen in Berliner Kindergärten geknüpft wurden. Das einzig denkbare Gegenmittel verfängt nicht: Nach unseren Politikern haben die Chinesen nicht gefragt.

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