Berlin : Leuchtender Weg

Gerd Nowakowski

freut sich, dass Licht in die Politik kommt Endlich wird Berlin ins rechte Licht gerückt. Zumindest das Rote Rathaus. Am Donnerstag wird eine neue Anlage mit 127 Leuchten eingeschaltet, die jeden Bogen des emporstrebenden Gemäuers erhellt. Blendfrei übrigens für die in der Höhe nistenden Falken. Die Mitte strahlt, die bisherigen DDR-Funzeln sind perdu. Schluss mit dem unrepräsentativen Zustand, dass nächtens das Areal um unsere Regierungszentrale im Zwielicht versinkt. Schließlich hat die Politik nichts zu verstecken, oder? Die neue Beleuchtung am Rathaus soll, so teilt die Senatskanzlei mit, den Bau „wesentlich plastischer erscheinen lassen und seine Fernwirkung deutlich erhöhen“. Ein Anfang. Berlin zeigt Selbstvertrauen und strahlt hinaus in die Republik. Vorbei die dunklen Zeiten, als auf Geheiß des Senats der Avus das Licht ausgeknipst wurde und die ankommenden Gäste Berlins sofort erkannten: Diese Stadt der Armut ist kein leuchtendes Beispiel. Wir stellen unser Licht nicht länger unter den Scheffel. Wir stehen zu unserem Elend! Und wenn es mal was auszuleuchten gibt, wie bei der Tempodrom-Affäre, geschieht das im hellen Schein. Erleuchtete Politik, ganz blendfrei, das ist doch mal was.

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