Berlin : "Liberale Initiative Berlin": CDU-Mitglied Gertrud Höhler engagiert sich für die FDP

Sigrid Kneist

Auf ihre eigene Partei ist Gertrud Höhler nicht gut zu sprechen. Die Union sei derzeit "aufgrund einer schweren Irritation beratungsresistent", konstatierte die Politikberaterin gestern. Das sei auf Bundesebene so, und auf Berliner "Landesebene auch nicht besser". Vergnügen mache die Arbeit der Union in der Opposition nicht, sagte das CDU-Mitglied Höhler und erläuterte, warum sie sich im Wahlkampf für die FDP und ihren Spitzenkandidaten Günter Rexrodt engagiert: "Zu keinem Zeitpukt war das liberale Element so wünschenswert wie jetzt. Es ist unverzichtbar." Sie wünsche sich "die frühere Power der FDP" für die Bildungspolitik und ihre Kompetenz in Wirtschaftsfragen. Gerne denke sie an die Zeiten zurück, als die FDP elf, zwölf Prozent hatte und ihre Kompetenz in diesen Fragen einbrachte. Nur mit den Liberalen könne das hiesige Lagerdenken und die in Berlin herrschenden Gräben überwunden werden.

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Mit anderen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur ist sie in der "Liberalen Initiative Berlin" aktiv, die gestern ihre Arbeit vorstellte. Seit den 80er Jahren war Höhler, die vor einigen Jahren ihren Literaturlehrstuhl in Paderborn aufgab, um sich der Wirtschafts- und Politikberatung zu widmen, immer wieder auf Seiten der Union für verschiedene Ministerposten auf Bundesebene und in mehreren Budesländern ins Gespräch gebracht worden, auch in Berlin. Ob sie jetzt bei einem Wahlerfolg und einer Senatsbeteiligung der FDP auf dem Ticket der Liberalen ein Amt antreten wolle, wollte Höhler gestern nicht sagen.

50 Mitglieder und Sympathisanten zählt die Liberale Initiative bereits, sagte gestern die Vorsitzende und PR-Agentur-Chefin Gudrun Jahn. Die Aktivitäten sind unter das Motto "Neuanfang schaffen - Liberale stärken" gestellt. "Mit alten Koalitionen und extremen Linksbündnissen kann man keinen Neuanfang schaffen", sagte Jahn. Dies sei nur möglich mit einer wesentlich gestärkten FDP: "Die Liberalen sind eine saubere Alternative zum alten Filz." Zudem könne nur so "eine Regierungsbeteiligung der PDS verhindert werden".

Dienstleistungsunternehmer Peter Dussmann (Kulturkaufhaus Dussmann in der Friedrichstraße) begründete sein Eintreten für die FDP mit einem Interesse weniger an liberaler Politik, als an "ehrlicher Politik". Mit dem Berliner Sumpf müsse Schluss sein.Die PDS komme dafür aufgrund ihrer Vergangenheit nicht in Frage. "Und mit der SPD und der CDU kann man sich bundesweit identifizieren, aber nicht in dieser Stadt", sagte Dussmann. Diese Parteien hätten in Berlin mit den Gewerkschaften fast "eine mafiöse Verbindung" geschaffen und dadurch die wirtschaftliche Entwicklug in der Stadt entschieden behindert. Zu der Initiative gehören außerdem der Rechtsanwalt Karlheinz Knauthe, der Vorsitzende des Haus- und Grundeigentümerverbandes, Dieter Blümmel, und Wolfgang Gruner von den Stachelschweinen.

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