Berlin : Liberaler Logistiker

Offizier Horst Krumpen macht den FDP-Wahlkampf

Werner van Bebber

Organisieren kann er. Horst Krumpen, der FDP-Landesgeschäftsführer und Wahlkampfmanager, war Offizier bei der Bundeswehr, zuständig für Logistik. Da geht es um „das richtige Material zur rechten Zeit an der richtigen Stelle“, sagt Krumpen. Darum geht es auch im Wahlkampf, teilweise jedenfalls. Das Organisieren fällt Krumpen so leicht, dass er den Wahlkampf vorbereiten und zugleich mit der Landesgeschäftsstelle in Mitte umziehen konnte, von der Reinhardt- in die Dorotheenstraße. Seinen Schreibtisch organisierte er sich über einen Internet-Konkurshandel, und auch sonst achtet Horst Krumpen auf die Landeskasse. 150 000 Euro soll der Wahlkampf kosten – auch die Liberalen bereiten sich nicht auf eine Materialschlacht vor. Krumpen hat, wie er sagt, „unzählige“ Kommunalwahlkämpfe mitgemacht – er ist 39 und seit 20 Jahren in der FDP –, außerdem Landtagswahlkämpfe in sechs Landesverbänden, denn mit der Bundeswehr ist er ein paar Mal umgezogen.

In Berlin, wo ihn der Spitzenkandidat Markus Löning angestellt hat, fühlt er sich längst zu Hause. Wahlkampfmäßig aber durchdringt er die Stadt noch mal neu. Die FDP will ihre Präsenz nach ihrer Wählerschaft ausrichten. Man wisse bis hin zum Wahllokal, wo das Publikum zu Hause ist, das zu den Liberalen neigt. Dort will die FDP die Leute mit Material versorgen, mit der „Berliner Freiheit“, dem Blatt des Landesverbandes, mit Flyern zu den wichtigsten Themen – Innovation, Bürgerrechte, Arbeit, Steuern. 150 Großflächen lasse die Partei aufstellen, darauf wird in der ersten von drei Plakatierungsphasen der Berliner Spitzenkandidat Markus Löning zu sehen sein. Zu den Gesichtern der Wahlkreiskandidaten kommen Plakate mit Guido Westerwelle oder Wolfgang Gerhardt. Die liberale Individualistenpartei versucht erkennbar, nicht bloß ein Profil zu bieten.

Das Erscheinungsbild aber muss einheitlich sein, das ist Krumpens feste Überzeugung. Leuchtend gelb ist das Layout. Die Leute müssten auch unterschwellig erkennen, dass die FDP überall präsent ist, sagt Krumpen. Sein zweites Dogma ist ebenso klar wie schwer umzusetzen. Man dürfe keine Fehler machen. Dazu gehöre, dass man Plakate in Berlin drucken lässt, nicht in Polen oder Tschechien. Krumpen lebt zwar noch nicht sehr lange in Berlin, hat aber offenbar für die hiesigen Empfindlichkeiten ein Gefühl entwickelt. Und einen Hund hat er auch.

Die Wahlkampfmanager der großen Parteien stellen wir in diesen Tagen in lockerer Reihenfolge vor.

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