Berlin : Licht an im Olympiastadion

Senator Strieder besuchte die Beleuchtungsprobe und beschwor den Verbleib von Hertha BSC in der ersten Liga

Klaus Kurpjuweit

Der „Ring of Fire“ funktioniert. Die neue Beleuchtung im Olympiastadion, die am Donnerstag zum ersten Mal ausprobiert worden ist, begeistert Hans-Wolf Zopfy noch im Nachhinein. Der Sprecher der Geschäftsleitung der Walter Bau, die das Olympiastadion umbaut, schwärmte auch gestern von der Wirkung des Lichts auf die Granitplatten und auf das neue Dach, als er Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) über die Baustelle führte. Die vorgesehene öffentliche Besichtigung war aus Furcht vor Ausschreitungen von Hertha-Fans abgesagt worden.

Die Fußballer machen den Verantwortlichen rund ums Olympiastadion derzeit ohnehin die größten Sorgen. Was soll mit dem für 242 Millionen Euro sanierten Bau geschehen, wenn Hertha, die vor dem gestrigen Spieltag Tabellenletzter in der Bundesliga war, absteigen sollte? Doch Strieder ist zuversichtlich: „Hertha wird – wie Berlin – weiter in der ersten Liga spielen.“

Die Bauleute haben bisher alles unternommen, damit der Bau von 1936 ein erstklassiges Stadion wird. Dazu gehört nicht nur das neue Beleuchtungssystem, das einen außergewöhnlichen Lichteffekt schaffen soll. Zum Vermarktungskonzept gehören auch neue Logen im bisherigen Umgang, die für viel Geld vermietet werden sollen. Das Konzept ist inzwischen geändert worden, unabhängig vom Schicksal Herthas. Statt 113 kleinen Logen mit wenigen Plätzen gibt es jetzt auch Großraumlogen mit vielen Tischen. Dies entspreche einem Wunsch der potenziellen Kunden, sagte Zopfy. Der Verkauf der Plätze, deren Zahl sich durch die neue Planung sogar erhöht hat, soll im nächsten Jahr beginnen. Derzeit hinken die Arbeiten dem Zeitplan etwa drei Wochen hinterher. Trotzdem ist Zopfy zuversichtlich, dass der Termin eingehalten werden kann. Im Baubereich sind die größten Brocken erledigt. Rund drei Viertel der Arbeiten sind abgeschlossen. Dabei wurde auch in anderen Bereichen umgeplant. Am Marathon-Tor sollte ursprünglich ein ausfahrbares Dachelement die Zuschauer vor Regen und Schnee schützen. Darauf hat man verzichtet. Statt der komplizierten Konstruktion haben die Planer jetzt das feste Dach so gestaltet, dass sogar nur noch 700 Zuschauer statt 2000 der Witterung ausgesetzt sein werden. Viele Arbeiten sind auch gar nicht zu sehen – etwa die 100 Meter lange Laufbahn in den Katakomben, die Leichtathleten zum Aufwärmen nutzen können.

Noch nichts zu sehen ist auch von der künftig blauen Laufbahn im Stadion, deren Farbe wegen Hertha BSC gewählt worden ist. Bei Blau bleibt es, auch wenn die Fußballer absteigen sollten. Bei Fernsehübertragungen von anderen Veranstaltungen wisse der Zuschauer dann sofort: „Das ist Berlin“, freut sich Strieder. Noch größer war dann die Freude, nachdem die Hertha ihr erstes Spiel gewonnen hatte.

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