Berlin : Licht aus!

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Ariane Bemmer über die abgespeckte

Silvesterparty und warum das richtig ist

Ist schlecht die Zeit, dann schrumpft das Fest: Das galt gerade für Heiligabend, wo der Weihnachtsmann im blassroten Laken fror, die wenigen Geschenke schlampig verpackt, und in der Ecke stand statt duftiger Tanne eine mickrige Fichte – und das gilt erst recht für Silvester, die FrohesNeues-Jahr-Feier.

Was soll schon froh werden an dem neuen Jahr, jammert der Realist, hält sein Portemonnaie zu und reimt freudlos: Gibt’s wegen steigender Abgaben Geheule, bleibt im Dunkeln die Siegessäule. Recht hat er. Recht haben die Veranstalter, die ihre Party am Brandenburger Tor verschmälern. Im Grunde müsste sie ausfallen, die Feier. Wir laufen auf einer 2,5-Kilometer langen Partymeile hin und her und geben Geld aus, das wir nicht mehr haben. Wir bleiben zu lange auf, trinken zu viel, das berechnet uns nächstes Jahr die Krankenkasse extra. Wir fühlen uns danach elend und trinken Vitaminpräparate, die unser Leben verlängern, das rächt sich durch steigende Rentenbeiträge. Nein, eine zünftige Silvesterfeier können wir uns nicht leisten. Wir können uns ja kaum das neue Jahr leisten. Aber freuen werden wir uns. Das kostet ja nichts.

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