Berlin : Licht und Landschaft

Das Ostseebad Ahrenshoop fasziniert seit über 100 Jahren Künstler wie Urlauber

Ahrenshoop - Von der Lebendigkeit der kleinen Gemeinde können viele Orte nur träumen: Neun Galerien und Ausstellungshallen sowie mehr als ein Dutzend Kunstwerkstätten gibt es hier. Hotels und Pensionen bieten Touristen 2100 Gästebetten. Dabei zählt Ahrenshoop, zwischen Ostsee und Bodden gelegen, nur 800 Einwohner und bietet vor allem Erholung. In Kürze kommen etwa 190 Betten dazu, denn das seit 1993 leer stehende Kurhaus weicht einem Fünf-Sterne-Hotel.

Ahrenshoop war schon immer ein besonderer Ort. Bürgermeister Hans Götze erzählt begeistert von dessen Reizen. „Schon vor mehr als 100 Jahren lockte Ahrenshoop Landschaftsmaler an“, sagt er. „Es sind wohl unsere vielen reetgedeckten Häuser, der Wechsel zwischen Steil- und Flachufern, die Wiesen, Wälder, das Meer und das Binnenwasser sowie das unvergleichliche Licht unter dem weiten Himmel, das die Künstler faszinierte.“ 1892 gründeten sie eine Malerkolonie und schon bald folgten ihnen immer mehr Gäste, die sich hier entspannen wollten. Bis heute hat Ahrenshoop diese besondere Faszination für Künstler und Urlauber behalten.

Hans Götze stammt zwar aus dem Erzgebirge, fuhr aber 18 Jahre zur See und verliebte sich in die Küstenlandschaft. Seit 1994 ist er Bürgermeister in seinem neuen Heimatort. Genauso lange zieht es ihn in freien Stunden hinaus in die Natur, um mit Block und Farbkasten die Landschaft abzubilden.

Weil Hans Götze mit dieser Leidenschaft nicht allein ist, entstehen im Ort immer wieder neue Ausstellungsstätten. So zog in die ehemalige Kinderkrippe das Neue Kunsthaus ein, das sich vorrangig der zeitgenössischen Kultur widmet. Die alte Schule des Dorfes beherbergt seit 2006 eine Galerie mit Werken der regelmäßigen Kunstauktionen. Am vergangenen Wochenende öffnete das Hotel „Seezeichen“. Es sieht sich mit Ausstellungen, Konzerten und einem regelmäßigen Jazzbrunch in der Tradition des Künstlerortes. Im nächsten Jahr feiert die Ausstellungshalle „Kunstkaten“ ihr 100-jähriges Jubiläum. Auch das 350 Jahre alte Dornenhaus gehört nach dem Auszug des Kindergartens wieder der Kunst. Töpfermeister Friedemann Löber zeigt hier die traditionelle Fischland-Keramik. Ste.

Weitere Informationen im Internet: www.ahrenshoop.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben