Berlin : Lichtenberger wieder auf freiem Fuß

51-jähriger Philosoph attackierte Nachbarinnen

Der 51-jährige Mann, der am Freitagabend in Lichtenberg zwei Frauen niedergestochen hat, ist wieder auf freiem Fuß. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um Notwehr handelte“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zudem lägen gegen Manfred S. keine Haftgründe vor. Die beiden Opfer (19 und 20 Jahre) liegen in einem Krankenhaus, bei dem Angriff waren sie jedoch nicht lebensgefährlich verletzt worden.

Wie berichtet, hatte die 20-jährige Claudia M. in ihrer Wohnung in der Irenenstraße am Freitag eine Party gegeben. Um kurz vor Mitternacht kam es dann zu der blutigen Auseinandersetzung mit dem Nachbarn Manfred S. Der Diplom-Philosoph und Fachbibliothekar, habe mit seiner 72-jährigen Lebensgefährtin gerade im Wohnzimmer gesessen und klassische Musik gehört, wie er gestern schilderte. Dann habe er plötzlich Lärm gehört und bemerkt, dass die jungen Leute die Tür zum Laubengang eingetreten hatten. „Die wollten dann auch in meine Wohnung eindringen, ich musste mich zu verteidigen“, schilderte Manfred S. Angeblich habe es schon häufig Streit wegen des Lärms gegeben mit den Mietern. Die Wohnung werde an straffällig gewordene Jugendliche vermietet. S. berichtet sogar von Morddrohungen, die er erhalten haben will.

Die Partygäste schilderten der Polizei eine andere Version: Sie hätten im Laubengang eine Wasserlache bemerkt und an einen Rohrbruch gedacht. Deshalb hätten sie die Tür zum Laubengang eingetreten. Dann sei alles ganz schnell gegangen und der Nachbar sei unvermittelt mit einem Küchenmesser auf die beiden Frauen losgegangen: Claudia M. wurde am Oberschenkel verletzt. Ihre Freundin Stefanie T. erlitt einen Stich in den Oberkörper, der die Milz nur knapp verfehlte. Sie wurde operiert. tabu

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