Berlin : Lichtzeichen überm Alex

Auf dem Park-Inn-Hotel wird der neue Schriftzug montiert: sechs Meter hoch, zwölf Tonnen schwer

Stefan Jacobs

Das „P“ war größer als der Fahrstuhl. Also haben es die Bauleute für den Transport aufs Hoteldach in mehrere Teile zerlegt. Seit Jahresbeginn heißt das ehemalige Forum-Hotel am Alexanderplatz „Park Inn“. Nach dem Abbau der alten, vier Meter hohen Leuchtschrift brachte ein Lastwagen am Montag die neuen, bis zu sechs Meter hohen Aluminiumbuchstaben. Seit gestern werden sie an ein extra verstärktes Gerüst montiert – 130 Meter über dem Alex.

Obwohl das Dach mit Baugerüst, Klimaaggregat, Flugwetterstation, Mobilfunkantennen und den Schienen für die Fensterputzmaschine weitgehend zugebaut ist, dürfte dieser Arbeitsplatz zu den schönsten Orten an der Vorfrühlingssonne gehören: Ein laues Lüftchen streicht um die Ecken, die Kugel des Fernsehturms scheint greifbar nahe, ganz weit unten krabbeln Bahn und Autos herum; der Lärm der Stadt dringt nicht bis in diese Höhe.

Bis zu 15 Arbeiter werkeln auf dieser so exquisit gelegenen Baustelle. Gestern haben sie die Rahmen der Alex-seitigen Buchstaben ans Gerüst geschraubt. In den nächsten Tagen kommt die gegenüberliegende Seite dran. In und um die Buchstaben werden Leuchtstoffröhren montiert, dann werden die Fronten aufgesetzt wie Deckel auf Töpfe. Je sechs Tonnen wiegen die beiden Anlagen, deren Installation sich das Hotel 125 000 Euro kosten lässt. Das feierliche Probeleuchten ist für den 5. März avisiert.

Doch auch unter dem Dach wird gebaut: Neben dem Casino im 37. Stock entsteht ein Konferenzraum mit zwei kompletten Fensterfronten, hinter denen sich das Häusermeer von der Spandauer Vorstadt bis nach Marzahn ausbreitet. In der zweiten Jahreshälfte werden außerdem auf zehn Etagen die Zimmer umgebaut und klimatisiert. So wird der 1970 als „Interhotel Stadt Berlin“ errichtete Klotz allmählich auf Weltniveau gehoben. Das ist beim Brandschutz schon erreicht, wie Anfang Januar zwei italienische Touristinnen erleben mussten: Sie hatten gedankenlos einen Kleiderbügel an die Sprinkleranlage gehängt, die prompt den Raum überschwemmte.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar