Berlin : Liebe – eine Woche lang

Die Love Parade wurde abgesagt, gefeiert wird trotzdem.Die Club Commission lädt ein zur Love Week

Cay Dobberke

Die diesjährige Love Parade ist wegen Geldmangel abgesagt – aber in der Berliner Clubszene lautet das Motto „Keine Zeit für Traurigkeit!“. Zehn Tage lang, vom 3. bis 12. Juli, wollen zahlreiche Clubs gemeinsam die erste „Love Week“ mit mehr als 100 Partys feiern. Manche davon waren bereits geplant, bevor das Aus für die Parade kam, während die Vorbereitung einiger anderer Veranstaltungen gerade erst begonnen hat.

Partys im Umfeld der Parade hatte es bereits in den Vorjahren gegeben. Diesmal aber wollen die Clubs – und auch die Love Parade GmbH – noch näher zusammenrücken und gemeinsam werben. Die Idee existiert seit Jahren, wurde aber bisher nicht verwirklicht. Federführend ist der Verband „Club Commission Berlin“.

Die Love Week „unterstützt die Loveparade, die zu Berlin gehört und im nächsten Jahr hier auch wieder stattfinden wird“, sagt Mitorganisator Peter Maibach. Bei dem Festival der Clubs gebe es „keine Schablonen und stilistische Präferenzen“. Es könnte also außer Techno durchaus auch andere Musik gespielt werden. Das genaue Programm soll allerdings erst in der kommenden Woche vorliegen. Dann wird auch nach und nach die Homepage zur Veranstaltung ins Internet gestellt. Bisher sind unter www.love-week.de nur allgemeine Information abrufbar. Bisher haben 17 Veranstaltungsorte ihre Beteiligung fest zugesagt – darunter Arena, Kulturbrauerei, Sage, SO 36, Tresor und WMF.

Die Jugendwelle Fritz vom RBB sendet auch in diesem Jahr ihr „Love Radio“ aus dem Café Schönbrunn im Volkspark Friedrichshain. Die Freiluftparty mit Live-Übertragung soll wie üblich drei Tage lang dauern (vom 9. bis 11. Juli). Einige szenebekannte Diskjockeys wie Love-Parade-Erfinder Dr. Motte, Westbam und Paul van Dyk werden auflegen.

Andere Veranstalter planen ebenfalls Open-Air-Partys, die Einzelheiten stehen noch nicht fest. Die Club Commission will mit der Partywoche zeigen, dass „die Berliner Clubs in der Tat das Rückgrat der Musikszene dieser Stadt darstellen“.

Die Love Parade GmbH werde „wahrscheinlich keine eigene Veranstaltung“ organisieren, sagte gestern Geschäftsführer Fabian Lenz. Der Kontakt zu den Clubs sei jedoch sehr eng; deren Programm solle bald zusätzlich über die Internetseite der Love Parade weltweit bekannt gemacht werden. Lenz bekräftigte, das gemeinsame Ziel sei die Fortsetzung der Parade in Berlin ab 2005. Damit wies er erneut Spekulationen um einen Wechsel in eine andere deutsche Stadt zurück.Der bisherige Organisator der Parade, die Firma Planetcom, wird bei der Love Week voraussichtlich keine aktive Rolle spielen. Geschäftsführer Ralf Regitz hat jedenfalls bisher keine entsprechenden Pläne.

Unabhängig von der Love Week plant der ehemalige Diskjockey Kay Neumann von der Agentur „Machen & Tun“ eine Demonstration im Tiergarten und an weiteren Orten in der Stadt. Die Kundgebung „Mit Musik gegen den Ausverkauf der Musik“ soll am Termin der geplatzten Love Parade, dem 10. Juli, stattfinden. Über die Details will Neumann bald mit der Versammlungsbehörde beraten, wo er die Demo angemeldet hat.

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