Berlin : Lieber eine CD

Werner van Bebber

Was an Weihnachten alles möglich ist, sagt am ehrlichsten die Werbung. Eine freundliche Frauenstimme bringt dieser Tage den Radiohörern „Schönheitsgutscheine“ nahe. Während altmodische Menschen sich noch vorzustellen versuchen, wie so ein Schönheitsgutschein an Heiligabend übergeben und erläutert wird – „Schatz, du kannst sogar selbst bestimmen, wofür du das Geld ausgibst!“ –, setzen die Boulevardzeitungen schon ins Bild, was man vorzugsweise machen lassen können sollte. Üppig in Form gebrachte Damen, bekleidet mit nichts als einer roten Geschenkschleife um die Brust, loben die Großzügigkeit wohlmeinender Verwandter.

Dahin kommt es, wenn bloß noch Äußerlichkeiten wichtig sind und alle Welt dem Jugendwahn verfallen ist, mag man bitter vor sich hingreinen. Dabei ist der Gutschein für, sagen wir: ein paar gestraffte und höher gelegte Augenlider allenfalls ein erster Tiefpunkt des Gutscheinwesens – man kann das mit etwas Liebe in der Beziehung vielleicht gerade noch auffangen. Schlimmer wird es, wenn es solche Gutscheine auch zum 25-jährigen Firmenjubiläum gibt.

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