Berlin : Lieber nicht

Werner van Bebber

Eigentlich könnten die Berliner Liberalen zufrieden sein. Über 800 Interessenten wollen in die Partei. Seit der Bundestagswahl spürt die FDP auch so etwas wie den Rückenwind der Zeitgeschichte: Man kann darauf wetten, dass die mittelgroße Koaliton im Bund in einem knappen Jahr tiefere Schrammen abbekommen haben wird. Das dürfte bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus der Opposition nutzen. Die Berliner FDP könnte also kess opponieren. Doch erst mal ist sie über ihre Perspektiven erschrocken. Da wollten ihre Vormänner der Partei eine stramme Reform verpassen und die Kandidaten nur noch auf einer Landesliste anbieten. Das versuchen sie seit Jahren. Doch aus der Liste der liberalen Berliner Polit-Prominenz wird wieder nichts. Mehrheitlich will die Partei beim Bewährten bleiben – bei der bezirklichen Kandidatensuche, klein-klein und übersichtlich. Nun gelten die Bezirksämter und Bezirksverordnetenversammlungen nicht unbedingt als Kaderschmieden unzähliger Polittalente. Aber auch die FDP will Reformen lieber woanders als am eigenen Betrieb, bei sich selbst. Da geht es ihr wie dem ganzen Land.

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