Berlin : Liebes-Ersatz

Die Love Parade fällt aus. Dafür wollen deren Ex-Macher und einige Clubs im Juli richtig feiern

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„Der Hype ist tot, es lebe die Szene“ – so steht es auf der InternetSeite der Club Commission, in der sich viele Partyveranstalter zusammengeschlossen haben.

Der Hype – das war die Love Parade. „Die Szene“ dagegen lässt sich nicht so exakt fassen. Derzeit jedenfalls wollen mehrere Gruppen die Lücke schließen, die die Absage der Love Parade im Berliner Partykalender hinterlassen hat. Die Club Commission zum Beispiel feilt seit Wochen an einem Ersatzprogramm für das zweite Juliwochenende. Und jetzt plant auch eine Gruppe um den ehemaligen Love-Parade-Veranstalter Ralf Regitz eine große Musikparty am Großen Stern und in dessen Ausfallstraßen. Datum: 9. Juli. Regitz selbst will sich dazu noch nicht äußern. Einer aus dem Kreis der möglichen Veranstalter aber sagt: „Die Gespräche mit einigen Clubbetreibern laufen. Das Interesse ist bisher überwältigend.“ Demnach wollen die Macher eine „überregional wahrnehmbare Veranstaltung“ schaffen – mit Perspektive über 2005 hinaus, nicht mehr nur auf Techno konzentriert, thematisch und musikalisch vielfältiger als die Parade.

In einem Konzeptpapier der Veranstalter sieht das so aus: Auf fünf Ausfallstraßen – jede gehört einer anderen musikalischen Stilrichtung – stehen Tanzflächen, Lounges und Showtrucks. Dazu verschiedene Stände und eine Ruhezone rund um die Siegessäule. Um zehn Uhr abends soll Schluss sein, „damit noch Energie bleibt für eine lange Nacht in den Clubs“.

„Die Sache ist noch nicht endgültig spruchreif“, sagt einer der möglichen Veranstalter. Dass sich die Club Commission geschlossen der geplanten Party anschließen könnte, ist ein nahe liegender Gedanke – den Clubbetreiber-Sprecher Olaf Kretschmar gestern aber dementierte. „Wir haben von den Plänen gehört. Aber was wir vorhaben, hat mit der Veranstaltung am Großen Stern definitiv nichts zu tun.“ Konkreter wird er nicht. Doch ist von anderer Stelle zu hören, dass einige der Clubs Boote chartern und mit einem Corso auf der Spree Party machen wollen – in überschaubarem Rahmen. Endgültig vom Tisch scheint dagegen die Idee der „Love Week“. Im vergangenen Jahr hatten die Clubs nach der Paradenabsage mehr als 100 Musikveranstaltungen organisiert. Aber der Name „Love Week“ stößt in der Szene jetzt auf Widerstand. Er erinnert zu sehr an die Techno-Parade, an den Hype. mne

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