Berlin : Lieferwagen kontrolliert: Über die Hälfte hatten Mängel

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Nach mehrtägigen Kontrollen von Fahrzeugen der so genannten Sprinter-Klasse hat die Polizei eine „nachdenklich stimmende“ Bilanz gezogen: Von 822 kontrollierten Lieferwagen gab es bei 510 (also 62 Prozent) Beanstandungen. Zehn Fahrer hatten keinen Führerschein, sie erhielten eine Strafanzeige. 275 Fahrer bekamen eine Ordnungswidrigkeitenanzeige, davon 69 wegen mangelnder Ladungssicherung und sieben infolge von Fahrzeugüberladung. Der Fahrer eines 3,5-Tonners überschritt dabei das zulässige Gesamtgewicht seines Lkw um 23 Prozent. 31 Fahrer wurden mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt. In 216 Fällen wurden Ordnungswidrigkeiten mit einem Verwarnungsgeld geahndet. Außerdem wurden 94 Mängelberichte gefertigt, dabei wiesen sechs Fahrzeuge so gravierende technische Mängel auf, dass sie von der Polizei sichergestellt wurden. Ein völlig überladener polnischer Klein-Lkw war voll mit Diebesgut, die beiden Insassen wurden festgenommen.

Die Zahl der „Sprinter“ ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, da sie für Speditionen finanziell attraktiv sind. Die Wagen können mit Pkw-Führerschein gefahren werden und sind außerdem schnell. Nach sehr vielen Unfällen hatte der Gesetzgeber vor einigen Jahren vorgeschrieben, dass sich Sprinter über 3,5 Tonnen trotz der Pkw-Zulassung auf Autobahnen an das Tempolimit für Lkw halten müssen. Nach Angaben der Polizei spielen auch Zeit- und Termindruck und der Einsatz mangelhaft ausgebildeter Fahrer eine große Rolle beim „Unfallrisiko Kleintransporter“. Alleine im November wurden zwei tödliche Unfälle von Lieferwagen verursacht. Ha

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