Berlin : Light-Pipes schicken Sonnenlicht unter die Erde auf den Bahnhof

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Auf ungewöhnliche Art erhält der neue Bahnhof Potsdamer Platz tief unter der Erde Tageslicht. Es wird mit so genannten Light-Pipes an der Oberfläche eingefangen und dann in den Untergrund geschickt. An der Spitze der Light-Pipes sind drehbare Spiegel angebracht, die das Sonnenlicht in die Tiefe leiten.

Die Lichtröhren haben einen Durchmesser von einem Meter und sind mit einer Lichtleitfolie versehen. Mit den Einbauten sind die Light-Pipes 9 bis 10,5 Tonnen schwer. Installiert werden versuchsweise drei Anlagen. Zwei 16,7 Meter und 14 Meter lange Röhren transportieren das Licht bis zum Zwischengeschoss des neuen Bahnhofes, die 20,8 Meter lange dritte Light-Pipe reicht bis zur Bahnsteigebene.

Die drei Musterbauten kosten zusammen drei Millionen Mark. Entworfen wurden sie von dem Architekten Peter Schuck aus Halbergmoos. Produziert wurden sie in der Schweiz. Wenn sich das Konzept bewährt und die Besucher die Light-Pipes akzeptieren, sollen weitere installiert werden.

Demnächst werden die beiden Zugangsbauten des neuen Bahnhofs eröffnet, über die man zunächst nur das Zwischengeschoss sowie die Bahnsteige der S-Bahn erreichen kann. Die Bahn prüft derzeit, ob der Bahnhof für den Regionalverkehr etwa ein Jahr vor der Eröffnung des gesamten Nord-Süd-Tunnels von Süden her in Betrieb genommen werden kann. Bis vor den Lehrter Bahnhof werden die Röhren etwa 2004 fertig sein. Am Lehrter Bahnhof wird es dagegen frühestens Ende 2005 so weit sein. Damit erhielte der Potsdamer Platz immerhin etwas früher einen weiteren Schienenanschluss nach Süden. Voraussetzung ist allerdings, dass dann auch die Gleise der Anhalter Bahn durch Lichterfelde gelegt sind. Hier läuft derzeit noch das Genehmigungsverfahren.

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